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Klimawandel: Hitze führte zu Kiefer-Massensterben

Sterbende Kiefern
Langzeitige Dürre gepaart mit außergewöhnlich hohen Temperaturen führten zu einem massenhaften Absterben von Pinyon- oder Nusskiefern (Pinus edulis) im Südwesten der USA, so dass es zu tief greifenden Veränderungen der hier im Bergland ehemals dominierenden Vegetationsgemeinschaften kam.

Sterbende Kiefern
Sterbende Kiefern | In den Jahren 2002 und 2003 kam es zu einem großflächigen Absterben von Pinus edulis im Südwesten der USA. Den eigentlichen Todesstoß gaben Käfer den Bäumen, aber verantwortlich dafür waren lange Hitze- und Dürreperioden, die das Immunsystem der Kiefern schwächten.
Auf ihren Untersuchungsflächen in Arizona, Utah, New Mexico und Colorado registrierten die Forscher um David Breshears von der University of Arizona in Tuscon in den Jahren 2002 und 2003 Absterberaten der Bäume zwischen 40 und 80 Prozent – Werte, die von Satellitenaufnahmen ebenso gestützt wurden. Demnach kam es auf etwa 12 000 Quadratkilometern Kiefern-Wacholder-Waldland zu einer derartig massiven Vegetationsveränderung.

NDV-Index zeigt Waldsterben
NDV-Index zeigt Waldsterben
Der eigentliche Tod der Bäume wurde zwar von Holzkäfern der Art Ips confusus verursacht, doch war dieser großflächige Befall nur durch Dürre und Hitze möglich. Sie setzten die Bäume unter Wassermangelstress und schwächten auf diese Weise deren Immunsystem: Die Kiefern hatten nicht mehr ausreichend Flüssigkeit, um Insekten abwehrendes Harz auszubilden. Pinus edulis ist eigentlich relativ dürreresistent, denn eine ähnliche, noch niederschlagsärmere Trockenphase in den 1950er Jahren schädigte sie kaum. Allerdings lagen die Temperaturen damals im Schnitt um ein bis zwei Grad niedriger.

Ob sich die Kiefernbestände in Teilen erholen oder zumindest wieder neu ausbreiten können, hängt nach Ansicht der Forscher von den klimatischen Bedingungen der näheren Zukunft ab: Stellen sich wieder etwas feuchtere Verhältnisse ein, so könnte Pinus edulis erneut eine wichtige Rolle im Ökosystem der Region einnehmen. Bleibt es dagegen trocken, so wird es zu einer Verschiebung hin zu wüstenhafteren Vegetationsgemeinschaften kommen.

Zudem befürchten die Forscher ähnliche, rapide ablaufende Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt als Folge des menschlichen Treibhauseffekts, der nach bisherigen Erkenntnissen die Gefahr extremer Klimaereignisse wie Hitzewellen und Dürreperioden vergrößern wird.
11.10.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.10.2005

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