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Hitze und Dürre: Bauernverband erwartet deutlich kleinere Ernten

Niederschlagsmangel und Hitzewellen setzen der Landwirtschaft zu. Ernteeinbußen zeigen sich unter anderem bei Winterweizen, Winterraps, Kartoffeln, Gras und Silomais.
Ein trockenes Maisfeld mit vertrockneten, gelb-braunen Maispflanzen unter einem klaren blauen Himmel. Die Pflanzen sind hochgewachsen, mit welken Blättern und teilweise sichtbaren Maiskolben. Der Boden ist trocken und zeigt wenig Vegetation.
In vielen Regionen Deutschlands zeigen sich derzeit völlig vertrocknete Felder.

Der Sommer ging in Deutschland mit außergewöhnlich intensiven und anhaltenden Hitzewellen einher. In Teilen des Landes herrscht eine ausgeprägte Dürre. Wegen der dauerhaft hohen Temperaturen und der Trockenheit haben die deutschen Landwirte eine insgesamt deutlich kleinere Ernte eingefahren. Zu rechnen sei mit einer unterdurchschnittlichen Getreidemenge von 41,9 Millionen Tonnen, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt. Das wären sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Regionen enorm. 

»Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt«, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Maßgebliche Gründe dafür seien ein zu trockenes Frühjahr und eine Hitzewelle in der zweiten Junihälfte gewesen. Die Ernteerträge seien in diesem Jahr besonders stark vom Standort abhängig gewesen.

Einbußen zeigten sich unter anderem bei Winterweizen (7 Prozent unter Vorjahr) sowie bei Winterraps, bei dem zudem Verluste durch Schädlingsbefall hinzukamen (insgesamt 20 Prozent unter Vorjahr), wie der DBV bekanntgibt. Bei Kartoffeln zeichne sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Regional gebe es zudem erhebliche Ertragseinbrüche bei Gras und Silomais als Tierfutter. In besonders betroffenen Regionen sei nach den ersten Schnitten kein Gras auf dem Grünland mehr nachgewachsen, das nun sowohl bei der Versorgung der Tiere als auch beim Aufbau von Winterfuttervorräten fehle. Trotz regionaler Futterbörsen sei damit zu rechnen, dass dies zum Abbau einiger Tierbestände führen werde.

Angesichts der angespannten Lage auf vielen Höfen fordert der Verband sofortige Finanzhilfen von der Bundesregierung. »Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel«, betonte Rukwied. Ohne die notwendige Liquidität könnten sie die nächste Ernte nicht finanzieren. Konkret fordert der DBV, das Düngemittelhilfspaket auf 180 Millionen Euro aufzustocken und das Geld über die Berufsgenossenschaft unbürokratisch und zügig auszahlen zu lassen; 80 Prozent der Direktzahlungen bereits im Oktober zu leisten und die restlichen 20 Prozent garantiert im Dezember; sowie eine sofortige Senkung der Steuer auf Diesel.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat den Bauern bereits Hilfe zugesichert, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Über die Landwirtschaftliche Rentenbank sei ein 200-Millionen-Euro-Sofortprogramm aufgelegt worden, das allerdings nicht ausreichend sei. Bei der Frage, ob Klimaanpassung und Naturschutz wie von der SPD gefordert als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert werden sollten, wollte sich Rainer nicht festlegen. (dpa/fs)

  • Quellen

Mitteilung des Deutschen Bauernverbands vom 18.08.2026

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