Hitzewelle: Temperaturen in der Arktis klettern auf mehr als 30 Grad

Die Arktis steht unter enormem Hitzestress. In weiten Teilen Nordrusslands – einer Region, die sonst für ihre eisige Kälte bekannt ist – kletterten die Temperaturen in dieser Woche regelmäßig über 32 Grad Celsius. In den ersten Augusttagen registrierte die Wetterstation Selagoncy nahe dem Polarkreis 33,9 Grad Celsius, eine weitere Station in Olenyok meldete 32,7 Grad Celsius. Die Daten stammen von dem Wetterdienst Ogimet und wurden vom Klimatologen Maximiliano Herrera auf der Social-Media-Plattform Bluesky veröffentlicht.
Zum Vergleich: Im Durchschnitt liegen die Temperaturen in der Arktis im August je nach Region zwischen 0 und 20 Grad. Temperaturen jenseits der 30 Grad sind extrem. Vereinzelt war es allerdings auch schon heißer. So zeigte das Thermometer im nordsibirischen Werchojansk im Juni 2020 zum Beispiel satte 38 Grad an, die Kleinstadt stellte damit einen Rekord für die gesamte Arktis auf.
»Studien der vergangenen Jahre zeigen, dass sich die Arktis aufgrund von Rückkopplungseffekten durch das Abschmelzen des Meereises deutlich schneller erwärmt als der Rest der Erde«, erklärt der Meteorologe Alan Gerard. »Daher ist es nicht überraschend, dass wir in diesen Breiten regelmäßig neue Rekordtemperaturen beobachten.« Schmilzt das Meereis, reflektiert die Arktis weniger Sonnenlicht, während der Ozean mehr Wärme aufnimmt. Das führt zu weiterem Eisverlust. Die Region erwärmt sich bis zu viermal schneller als der globale Durchschnitt.
Gerard erwartet, dass die Temperaturen nicht so bald nachlassen werden – auch wegen eines starken El Niño, der für dieses Jahr prognostiziert wird. Ein El-Niño-Jahr zeichnet sich durch ungewöhnlich hohe Wassertemperaturen im Pazifik aus, die weltweit zu extremen Wetterlagen führen können: Starkregen in manchen Regionen, Dürren in anderen – und generell steigende Temperaturen.
»Mit dem möglicherweise rekordverdächtigen El Niño ist zu erwarten, dass wir 2027 noch mehr Hitzerekorde sehen werden als in diesem Jahr«, sagt Gerard.
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