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Hitzewelle und Dürre: Niedrigwasser legt Kernkraftwerke in Europa still

Donau, Rhein und andere Flüsse führen so wenig Wasser wie selten zuvor. Weil Kühlwasser knapp wird, fahren europäische Kernkraftwerke ihre Leistung herunter. Gleichzeitig geraten Schifffahrt und Industrie unter Druck.
Eine Brücke überspannt einen ruhigen Fluss, umgeben von üppigem Grün und Bäumen. Auf der Brücke fährt ein rotes Auto. Der Fluss hat niedrigen Wasserstand, wodurch Sandbänke sichtbar werden. Im Hintergrund sind dichte Wälder und landwirtschaftliche Flächen zu sehen.
Der niedrige Wasserstand der Donau legt Sandbänke frei.

Mehrere Flüsse in Europa haben angesichts der Hitzewellen und des geringen Niederschlags im Juli und August 2026 bereits Rekordtiefstände erreicht. Das beeinflusst nicht nur die Schifffahrt, sondern ebenso die Energieversorgung einiger Länder, darunter Ungarn und Rumänien.

In den beiden osteuropäischen Staaten führte das Niedrigwasser der Donau dazu, dass die Kernkraftwerke nicht über ausreichend Kühlwasser verfügten und daher teilweise heruntergefahren werden mussten. Das einzige rumänische Kernkraftwerk Cernavodă, das ein Fünftel des Landes mit Strom versorgt, läuft nur noch mit einer von zwei Turbinen. Zudem produzieren die Wasserkraftwerke wegen gesunkener Flusspegel zu wenig Strom, gemessen am Bedarf. Infolgedessen haben die Autobauer Dacia und Ford ihre Produktion nach Angaben von Ministerpräsident Ilie Bolojan bis zum 19. August 2026 vorübergehend eingestellt. Ford gab hingegen an, den Betrieb aufgrund der Sommerferien vorübergehend stillgelegt zu haben – und nicht wegen drohender Stromengpässe.

In Ungarn entspricht der Wasserstand der Donau nur etwa einem Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts. Deshalb musste dort das Kernkraftwerk Paks, das ein Drittel des ungarischen Stroms liefert, gedrosselt werden: Nur noch eine von vier Turbinen ist in Betrieb. »Morgens gegen halb zwei waren wir nur wenige Millimeter von der vollständigen Abschaltung entfernt«, schrieb Ministerpräsident Péter Magyar am 4. August 2026 auf seiner Facebook-Seite. Der Minimalbetrieb des einzigen Kernkraftwerks in Ungarn führt zu erheblichen Lücken in der Stromproduktion, weshalb viele Unternehmen Maßnahmen treffen, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren.

Auch in Frankreich stehen derzeit drei der insgesamt 57 Kernkraftwerke still. Darüber hinaus beeinträchtigt das Niedrigwasser die europäische Schifffahrt. Nahe dem rumänischen Donauhafen Cetate blieb bereits ein Kreuzfahrtschiff an einer Sandbank stecken, Frachtschiffe können nur noch teilweise beladen werden. Zudem schätzt die deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, dass der Pegel an der Engstelle bei Kaub, einem Nadelöhr für die Binnenschifffahrt, am Freitag, dem 7. August 2026, auf ein Rekordtief von 18 Zentimetern fallen könnte.

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