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Evolution des Menschen: Hobbit-Vorfahren mindestens eine Million Jahre alt

Ausgrabungsstätte
Unter Paläanthropologen erlangte die indonesische Insel Flores vor fünf Jahren schlagartig Berühmtheit, als Forscher dort nur 18 000 Jahre alte Überreste des ungewöhnlich kleinen Homo floresiensis entdeckten, dessen Gehirn nicht größer war als das eines Schimpansen. Handelte es sich bei diesem „Hobbit“, wie er bald nach Tolkiens kleinwüchsigen Fantasiewesen genannt wurde, um einen Nachfahren des Homo erectus, der auf Grund des von Tieren bekannten Phänomens der Inselverzwergung derart geschrumpft war? Oder hatte er nur unter einer exotischen Form von Wuchsstörung gelitten? Neuerdings wird auch spekuliert, dass ein Frühmensch lange vor dem Homo erectus Asien besiedelt haben könnte. Vor diesem Hintergrund erhebt sich die spannende Frage, wann eigentlich die ersten Hominiden auf der Insel erschienen sind.

Bisher hatte die Datierung der ältesten auf Flores gefundenen Steinwerkzeuge ergeben, dass schon vor mindestens 800 000 Jahren Menschen dort lebten. Nun muss dieses Datum wohl nach hinten verschoben werden. Forscher um Adam Brumm von der University of Wollongong haben an einer anderen Fundstätte nämlich Werkzeuge entdeckten, die schon vor einer Million Jahre entstanden sein müssen.

Zur bisher vermuteten Ankunft der Menschen auf der Insel vor 880000 Jahren passte, dass damals die Riesenschildkröten und Zwergelefanten ausstarben. Da lag die Vermutung nahe, die Neuankömmlinge hätten diese Tiere ausgerottet. Nun scheint es, als seien natürliche Prozesse für ihr Verschwinden verantwortlich.

Das neue Datum reicht immer noch nicht weit genug zurück, um entscheidende Hinweise auf die Abkunft von H. floresiensis zu geben. Aber vielleicht finden sich ja in noch wesentlich älteren Schichten auf der Insel Spuren des Frühmenschen – idealerweise Skelettreste, aus denen sich die Zugehörigkeit zu einer der bekannten Hominiden-Arten ablesen lässt.

Julia von Sengbusch

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