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Hitzewelle: Hoch Annelie: Saharaluft und steigende Ozonwerte

Das Hoch Annelie dreht zum Wochenende nochmal auf: Es könnten Hitzerekorde fallen. Doch die Waldbrandgefahr und die Ozonwerte steigen.
Kind im SwimmingpoolLaden...

Bei 40,2 Grad Celsius steht gegenwärtig der offizielle deutsche Hitzerekord – aufgestellt am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf bei Amberg, eingestellt am 13. August 2003 in verschiedenen Orten Südwestdeutschlands. Doch dieses Wochenende könnte dieser Spitzenwert im Südwesten der Republik fallen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet vereinzelt Tagesmaxima, die mehr als 40 Grad Celsius erreichen könnten: Es wird also spannend. Ursache der Hitzewelle ist Hoch Annelie, das sich seit Anfang der Woche über großen Teilen West-, Mittel- und Osteuropas platziert hat. Zusammen mit einem weiter westlich gelegenen Tiefdruckkomplex zapft es sehr heiße Saharaluft an und führt diese über das Mittelmeer, Spanien und Frankreich direkt zu uns – auch in Südwesteuropa purzelten in den letzten Tagen einige Rekordtemperaturen für die Zeit Ende Juni. Das kräftige Hoch lässt zudem die Sonne ungehindert scheinen, da die absteigenden Luftmassen fast jegliche Wolkenbildung verhindern – zusammen mit den immer noch sehr langen Tagen, kann sich eine regelrechte Hitzeglocke über Deutschland ausbilden.

In den kurzen Nächten kühlt es daher kaum ab, vielerorts melden die Meteorologen so genannte Tropennächte, weil das Thermometer nicht unter die 20-Grad-Marke fällt. Auf den erneuten Heißluftvorstoß am Samstag, folgt am Sonntag eine kleine Kaltfront, die im Tagesverlauf aber teils heftige Gewitter auslösen. Danach soll sich erst einmal wieder ruhigeres Hochdruckwetter bis Mittwoch durchsetzen, allerdings liegen die Höchsttemperaturen dann auch in Süddeutschland mit 30 bis 35 Grad Celsius etwas niedriger.

Das heiße Wetter bringt allerdings auch einige Unannehmlichkeiten mit sich wie steigende Ozonwerte: Vielerorts wurde der Schwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, ab dem die Bevölkerung informiert werden muss. Ab Konzentrationen von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter wird empfindlichen Menschen geraten, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden oder auf kühlere Tageszeiten zu verlegen. Vor allem in der Mitte, im Südwesten und Süden sollen heute und am Samstag Werte zwischen 180 und 200 Mikrogramm auftreten. Kritisch wirkt sich die Hitze zudem auf die Landwirtschaft in der Mitte Deutschlands aus, wo ohnehin seit ein bis drei Monaten eine ausgeprägte Trockenheit herrscht. Teilweise fiel hier nur ein Drittel des sonst üblichen Niederschlags, so dass die Bodenfeuchte vielerorts bedenklich abgenommen hat und sich schädlich für Getreide und Kartoffelanbau auswirkt. Zudem steigt bundesweit die Waldbrandgefahr: In Sachsen wird sogar die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 am Wochenende erreicht.

Hat die Hitzewelle bereits mit dem Klimawandel zu tun? Ein einzelnes Ereignis lässt natürlich keinen Rückschluss auf ein sich veränderndes Klima zu, doch betrachtet man längere Zeiträume, so lassen sich doch Trends erkennen. In Hamburg zum Beispiel gab es nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1994 kein einziges Extremereignis, also eine länger andauernde Hitzewelle. In Süd- und Südwestdeutschland und damit weiter entfernt vom mäßigenden Einfluss des Meers, gab es zu allen Zeiten immer wieder heiße Wetterphasen, doch häufen sich diese seit den 1980er und vor allem seit den 1990er Jahren. In Mannheim etwa traten bis 1990 acht Hitzewellen auf, danach in nur 25 Jahren dagegen schon 15. Die Wahrscheinlichkeit für diese Wetterlagen hat sich also in den letzten Jahrzehnten deutlich vergrößert, was gut zum gemessenen Trend der Erderwärmung passt.

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