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Invasive Arten: Honigtau macht invasive Feuerameisen unbesiegbar

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Eigentlich ist die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) in Südamerika ansässig, doch im Bauch von Frachtschiffen eroberte sie die Welt. Ob in Nordamerika, Australien oder Asien, in allen subtropischen Regionen ist die aggressive Ameise auf dem Vormarsch. Dabei helfen der invasiven Art einheimische Kollaborateure, wie Forscher aus dem US-Bundesstaat Texas nun nachweisen konnten: Insekten, die im Austausch gegen Schutz vor Fressfeinden energiereichen Zuckersirup ausscheiden. Die Feuerameisen sichern sich das Monopol auf diese Futterquelle und bilden dank der leicht zugänglichen und zuverlässigen Energiequelle wesentlich größere und schlagkräftigere Kolonien.

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Solenopsis invicta | Die Rote Feuerameise Solenopsis invicta ist in Nordamerika, Australien und Asien eine aggressive invasive Art.

Unter allen invasiven Arten, die dank menschlicher Transportmittel auf fremde Kontinente verschleppt wurden, gehört Solenopsis invicta zu den erfolgreichsten, und sicherlich auch den unangenehmsten. Sie metzelt einheimische Ameisen nieder, bedroht Ernten, beschädigt elektrische Anlagen und greift sogar Menschen an. Allein in den USA, wo Solenopsis schon in den 1930er Jahren einwanderte, kostet ihre Bekämpfung jedes Jahr über eine Milliarde Dollar – mit mäßigem Erfolg.

Wie jetzt ein Team um Shawn Wilder von der Texas A & M University feststellte, ist Honigtau der Schlüssel zum Erfolg. Viele pflanzensaugende Insekten wie Blattläuse scheiden diesen Stoff aus und lassen sich im Austausch von Ameisen vor Fressfeinden beschützen. In der argentinischen Heimat von Solenopsis konkurrieren viele unterschiedliche Arten um diese Energiequelle, so dass die Feuerameise laut Analyse der Forscher lediglich etwa zwei Prozent der Gesamtmenge abgreifen kann. Ganz anders jedoch in ihren neuen Siedlungsgebieten. Hier ist die Feuerameise bei Weitem die aggressivste und stärkste Art. In den von Wilders Team untersuchten Gebieten kontrollierten sie drei Viertel aller Honigtau ausscheidenden Insekten. Dieses Ergebnis erhielten die Wissenschaftler auch, wenn sie künstliche Futterstellen mit Honigwasser aufstellten – auch von diesen rissen sich die Feuerameisen den Großteil unter den Nagel.

Die Forscher zeigten anhand unterschiedlicher Stickstoffisotope, dass Solenopsis invicta in ihren Heimatgebieten in der Nahrungskette relativ weit oben steht und sowohl Pflanzen als auch Fleisch fressende Insekten den Hauptanteil ihrer Nahrung ausmachen. In den USA dagegen deuten die Isotopenverhältnisse darauf hin, dass der Hauptanteil der Nahrung aus Pflanzenmaterial stammt – eben dem aus Pflanzensaft gewonnenen Honigtau. Dieses Monopol auf leicht verdiente, energiereiche Nahrung macht den Unterschied: Kolonien, die Zugang zu Honigtauproduzenten hatten, erwiesen sich im Experiment um etwa 20 Prozent größer als jene, denen diese Ressourcen nicht zur Verfügung standen.

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