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News: Hubble schließt die Augen

Nachdem am 13. November das vierte von sechs Gyroskopen für die Instrumente ausgefallen ist, wird das Hubble Space Telescope nun für eine Weile keine neuen wissenschaftlichen Daten und aufsehenerregende Bilder mehr liefern. Das zwei Milliarden Dollar teure Weltraumteleskop verbleibt in einem 'Sicherheitsmodus', bis sich nächsten Monat Astronauten an die Reparatur machen. Aber auch wenn alles gut läuft, wird es noch mindestens einen weiteren Monat dauern, bis Hubble wieder voll einsatzfähig ist.
Die Gyroskope sind für die richtige Ausrichtung des Teleskops verantwortlich. Von Anfang an, seit Hubble 1990 in seine Umlaufbahn gebracht wurde, sorgen sie ständig für Ärger, und vier von ihnen wurden in früheren Weltraummissionen bereits ausgetauscht. Aber die Fehlfunktionen hielten an.

Hubble benötigt für die richtige Orientierung mindestens drei funktionsfähige Gyroskope, so daß der Ausfall am 13. November 1999 zum Abbruch aller wissenschaftlichen Arbeiten führte. An sich war für Oktober unter anderem ein kompletter Austausch der Gyroskope geplant, wegen Schwierigkeiten an der Raumfähre Discovery mußte der Start jedoch verschoben werden. Die Verantwortlichen der NASA drängen nun auf den 6. Dezember 1999, da Teile der Software der Hubble-Mission nicht Jahr-2000-fähig ist.

Nach Aussage von Ed Weiler, Leiter des Office of Space Science, stellt der Aufschub für Hubble keine Gefahr dar. Und da ein Wartungsbesuch sowieso unmittelbar bevorstand, sei der Ausfall des Teleskops auch nicht ganz so schlimm. "Wir müssen einfach nur dasitzen und warten", meint er. Der Ausfall unterbricht die Pläne, die turbulente äußere Atmosphäre von Jupiter und die Ringe des Saturn genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch die Suche nach binären braunen Zwergen und ein Überblick über Galaxien mit starken Rotverschiebungen werden nun noch ein wenig warten müssen, erklärte das Space Telescope Science Institute in Baltimore, welches das wissenschaftliche Programm des Teleskops regelt. Die Forschungszeit werde neu verteilt, fügten sie hinzu.

Bei der Wartungsmission werden die Astronauten andere Gyroskope einbauen, die durch bestimmte Veränderungen zuverlässiger sein sollen als die bisherigen. Außerdem sollen noch eine ganze Reihe anderer Teile der Ausstattung ausgewechselt werden. Dafür werden die Astronauten insgesamt vier Weltraumspaziergänge unternehmen, bevor sie zur Erde zurückkehren. Dann soll Hubble bis 2003 ungestört funktionieren – und wir dürfen uns vielleicht wieder auf aufsehenerregende Bilder und neue wissenschaftliche Daten freuen.

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