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Beziehung zum Roboter: Der erste Fehler zerstört das Vertrauen

Menschen agieren lieber mit ausdrucksstarken Robotern als mit unbeweglichen. Leistet sich ein solcher allerdings Fehler, sind sie kaum bereit, ihm zu verzeihen.
Ein humanoider Roboter mit einem weißen, glatten Gehäuse und großen, runden Augen steht in einem Ausstellungsraum. Der Roboter trägt ein Tablet auf der Brust, auf dem Text angezeigt wird. Der Hintergrund ist unscharf, was den Fokus auf den Roboter lenkt. Der Roboter scheint freundlich zu wirken und ist leicht geneigt, als ob er zuhört.
Mit dem humanoiden Roboter »Pepper« kooperieren Menschen stärker, wenn er gestikuliert, nickt oder zustimmt. Aber wehe, er begeht im Gespräch einen Fehler.

Humanoide Roboter könnten uns in den kommenden Jahren zunehmend im Alltag begegnen. Aber sind Menschen auch bereit, ihnen zu vertrauen, wenn sie ihnen die Arbeit erleichtern oder sie sogar pflegen sollen? Eine aktuelle Studie zeigt: Ja, Menschen vertrauen humanoiden Robotern und kollaborieren mit ihnen, und zwar umso mehr, je charismatischer diese wirken. Begeht ein solcher Roboter allerdings einen Fehler, ist das Vertrauen schnell schwerwiegend gestört.

Für ihre Untersuchung haben Forschende der Drexel University in Philadelphia 50 Männer jeweils zweieinhalb Stunden lang mit humanoiden Robotern sprechen lassen und sie dabei analysiert. Die Ergebnisse präsentieren sie im Journal »Science Robotics«. Ein Teil der Probanden saß bei der Studie einem ausdrucksstarken Roboter gegenüber, der Blickkontakt hielt, beim Sprechen gestikulierte, nickte und bestätigende Laute wie »m-hm« von sich gab. Die anderen unterhielten sich mit einer bewegungslosen Variante des gleichen Roboters. Dieser sprach dieselben Worte, sendete aber keine nonverbalen Signale.

Während der Unterhaltungen erfassten die Forschenden die Aktivität des präfrontalen Kortex, also derjenigen Hirnregion, die wichtig ist, um andere Menschen zu verstehen. Zudem maßen sie den Gehalt des Hormons Oxytocin im Speichel der Teilnehmer. Dieser gilt als Maß für die emotionale Verbundenheit mit anderen Menschen. Zwischendurch befragten die Forschenden die Testpersonen zu ihrer Einstellung gegenüber dem Roboter und beobachteten ihr Verhalten.

Die Gespräche mit dem Roboter liefen stets gleich ab: Einem lockeren Einstieg über persönliche Vorlieben bei Reisen, Musik oder Essen folgte eine kooperative Aufgabe. Bei dieser mussten sich die Teilnehmer mit der Maschine darauf einigen, welchen Gegenstand sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden und welches von fünf Gemälden das schönste ist. Dabei widersprach der Roboter den Probanden, argumentierte jedoch schlüssig und zeigte sich kooperativ. In der dritten Gesprächsphase beging der Roboter dann Fehler: Er machte irrelevante Bemerkungen, argumentierte mit haltlosen Begründungen, unterbrach die Teilnehmer oder forderte sie zum Wiederholen auf.

Ausdrucksstarke Roboter wecken höhere Erwartungen an die Beziehung

In ihrer Analyse folgerten die Forschenden, dass sich die Teilnehmer stärker auf den ausdrucksstarken humanoiden Roboter einließen. Mit dem bewegungslosen interagierten sie hingegen deutlich weniger. Doch das stärkere Einlassen auf den ausdrucksstarken Roboter hat seinen Preis, denn damit steigt auch die Erwartung an die Beziehung zum maschinellen Gegenüber.

Begann der Roboter, Fehler zu machen, reagierte das Gehirn der Probenden so, als würde eine soziale Norm verletzt. Das Vertrauen in die Maschine sank, und die Teilnehmer waren anschließend nicht mehr im gleichen Maß bereit, mit ihr zu kooperieren. Laut Berechnungen der Forscher büßte der Roboter so mehr als die Hälfte des Einflusses auf die Entscheidungen der Menschen ein.

Anders war es beim unbeweglichen Roboter. Auch hier berichteten die Testpersonen zwar von einem Vertrauensverlust, doch wirkte sich dieser kaum auf ihre Interaktion aus. Die Probanden nahmen die Fehler des unbeweglichen Roboters eher als technische Störung wahr, schlossen die Forschenden, während sie diese beim ausdrucksstarken Roboter als charakterliche Schwäche werteten.

»Ein charmanter Roboter, der Patzer macht, zahlt einen höheren Preis als ein schlichter«, sagt Frank Krueger von der George Mason University, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. »Ausdrucksstärke hat ihren Preis. Diesen Kompromiss sollten Designer bewusst eingehen und nicht dem Zufall überlassen.«

  • Quellen

Topoglu, Y. et al., Science Robotics 10.1126/scirobotics.aec1762, 2026

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