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Hundekognition: Hunde »nicht außergewöhnlich schlau«

Die Intelligenz von Hunden stellen vor allem Fans der Vierbeiner gerne als etwas Besonderes heraus. Doch eine aktuelle Übersichtsarbeit kommt zu einem ganz anderen Schluss.
Ein Hund schwimmt im Schwimmbad und markiert hoffentlich nicht sein Revier

Sind Hunde besonders schlaue Tiere? Nicht unbedingt, meint nun ein Forscherteam, das über 300 Studien zu diesem Thema auswertete: In allen fünf »Disziplinen«, darunter Raumwahrnehmung, Selbstwahrnehmung oder soziale Kognition, erbrachten andere Tierarten mindestens ebenso gute Ergebnisse.

Die Wissenschaftler um Stephen Lea von der University of Exeter verglichen Hunde dazu mit Fleischfressern, sozial lebenden Jägern sowie mit weiteren Haustieren. Die Intelligenz der Hunde sei durch ihre Zugehörigkeit zu diesen drei Kategorien beeinflusst, so das Ergebnis der Wissenschaftler, die ihre Arbeit jetzt im Fachblatt »Learning & Behavior« vorstellen.

»Wir tun Hunden keinen Gefallen, wenn wir zu viel von ihnen erwarten«, fasst Leas Koautorin Britta Osthaus von der Canterbury Christ Church University zusammen. »Hunde sind Hunde, und bei der Frage, wie man sie am besten behandelt, müssen wir ihre wahren Bedürfnisse und Fähigkeiten berücksichtigen.«

In einer Mitteilung werfen die beiden Wissenschaftler manchen Fachkollegen einen Mangel an Objektivität vor: »Uns schien es so, dass viele Studien in der Hundekognitionsforschung darauf angelegt sind, zu ›beweisen‹, wie klug Hunde sind«, sagte Lea. Die Tiere würden beispielsweise mit Schimpansen verglichen, und dann, wenn sie bei den Tests besser abschneiden, als besonders intelligent dargestellt.

40/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 40/2018

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