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Marine Tierwelt: Hundert Jahre altes Harpunenfragment in Wal gefunden

Im Schulterblatt eines Grönlandwals (Balaena mysticetus) haben indigene Walfänger in Alaska Mitte Mai Überreste einer Harpunenspitze gefunden, die in den 1880er Jahren hergestellt wurde. Da damals kaum Walkälber gejagt wurden, könnte das Tier 130 Jahre alt gewesen sein, folgert Craig George von der Behörde für Wildtiermanagement in Barrow.

HarpunenfragmentLaden...
Harpunenfragment | Zeit seines Erwachsenenlebens trug ein Grönlandwal den Rest einer Harpunenkanone in seinem Schulterblatt. Da das Modell aus den 1880er Jahren stammt, könnte das Tier 130 Jahre alt gewesen sein.
George und seine Kollegen konnten den Herstellungszeitraum der Harpune auf 1879 bis 1885 einengen, da das Modell patentiert und 1885 verändert wurde. Wahrscheinlich sei der Wal um 1890 damit verletzt worden. Sie enthielt eine Sprengstoffkapsel, die zeitverzögert gezündet werden konnte und so das Entkommen des Wals unter schützendes Packeis verhinderte.

Die etwa neun Zentimeter lange Spitze ergänzt frühere Funde wie Reste von Harpunen mit Stein- oder Elfenbeinspitzen in Grönlandwalen, die ein ähnlich hohes Alter der Tiere vermuten ließen: Seit den 1880ern wurden solche Spitzen vorwiegend aus Stahl gefertigt. Analysen von Aminosäuren in den Linsen von Walaugen hatten für ein Exemplar sogar eine Lebensspanne von womöglich 211 Jahren ergeben.

Im Rahmen des traditionellen Walfangs dürfen die Inuit Alaskas derzeit in einem Zeitraum von fünf Jahren 255 Wale jagen. (af)
15.06.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.06.2007

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