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Wirbelstürme: Hurrikan radiert Hawaii-Insel von Landkarte

Anfang Oktober zog Hurrikan Walaka durch den Pazifik. Die Wucht des Sturms trug eine kleine Insel im Hawaii-Archipel vollständig ab.
eine Insel in der Südsee

East Island war nur ein kleines Eiland im Archipel der French Frigate Shoals, das zum US-Bundesstaat Hawaii gehört: Es bestand vor allem aus Sand und Kies auf einem Korallenriff und maß gerade einmal 400 Meter Länge zu 150 Meter an der breitesten Stelle. Immerhin trug das Inselchen bis 1952 eine US-Radarstation – und existierte wohl bis zu 2000 Jahre lang. Doch Anfang Oktober zog Hurrikan »Walaka« über East Island hinweg, und nun gibt es dieses nicht mehr, wie der »Guardian« unter Berufung auf Chip Fletcher von der University of Hawaii berichtet. Der Sturm habe das feste Land komplett abgetragen, so Fletcher und sein Team, nachdem sie Satellitenbilder der Region aus der Zeit vor und nach dem Sturm miteinander verglichen hatten.

Die Wissenschaftler waren gerade dabei, East Island und ihre Entstehungsgeschichte genauer zu untersuchen und besuchten sie zuletzt im Juli 2018. Sie hatten damit gerechnet, dass ihr Forschungsobjekt noch mindestens 10 bis 20 Jahre existiert, bevor der ansteigende Meeresspiegel die Insel verschlucken könnte. Doch ihr Ende kam sehr viel früher. »Die oberste Schichte, Mitte und der Untergrund sind komplett weg«, sagte Fletcher zum »Guardian«. Zuvor bildete East Island mit einer Fläche von etwa sechs Fußballplätzen die zweitgrößte Insel von French Frigate Shoals, das weit am westlichen Ende der Hawaii-Inselkette liegt. Trotz ihrer relativ geringen Ausdehnung war sie ein wichtiger Rast- und Brutplatz für Seevögel und eine bedeutsame Kinderstube für die bedrohten Hawaii-Mönchsrobben.

© Guardian News
Ende von East Island

Ein Mitschuld am Untergang könnte der Klimawandel haben: Eigentlich liegt French Frigate Shoals außerhalb des Zuggebiets von Hurrikanen. Doch die Aufheizung des Pazifiks habe dafür gesorgt, dass Wirbelstürme weiter nordwärts ziehen können. Zugleich sorge das wärmere Wasser dafür, dass zwar nicht unbedingt die Zahl der Stürme, wohl aber ihre Intensität steigen könne, so die Wissenschaftler. Ein ähnliches Phänomen kann man im Atlantik beobachten, wo in den letzten Jahren Hurrikane auch in europäische Gewässer zogen und als tropische Stürme das Festland erreichten.

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