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Das aktuelle Stichwort: Huygens auf Titan

Nach einer siebenjährigen Huckepackreise auf der Nasa-Mitfahrgelegenheit Cassini erreichte die Esa-Raumsonde Huygens nun ihr finales Ziel - als erstes menschengemachtes Raumfahrzeug geht die Sonde geplant auf einem Himmelskörper des äußeren Sonnensystems nieder. Bis zur unausweichlichen Zerstörung hat der europäische Pionier allerhand Aufgaben zu erledigen. Nur - was eigentlich macht Huygens genau auf Titan?
Huygens beim Atmosphäreneintritt
Es sind sechs ausgeklügelte Instrumente, mit denen Huygens die für Kameras undurchdringlichen Mysterien von Titan erkunden soll. Sie werden in erster Linie einmal während des fallschirmgebremsten Absturzes der Sonde Temperatur und Druck, sowie die Windgeschwindigkeit und -richtung in Titans stickstoffreicher Atmosphäre analysieren. Wichtigster Helfer von Huygens wird dabei HASI sein – das mit mehreren Sensoren ausgestattete Huygens-Atmosphärenstruktur-Instrument, an dem deutsche Wissenschaftler wesentlich beteiligt sind.

Letzter Blick auf Huygens | Diesen Abschiedsblick auf Huygens warf Cassini am 26. Dezember 2005 aus rund 18 Kilometern Entfernung – einen Tag, nachdem sich Huygens programmgemäß von Cassini gelöst hatte.
Das Doppler-Wind-Experiment (DWE) registriert während des Sondensturzes indes kleine Frequenzverschiebungen der Daten-Überträgerwelle, mit der Huygens seine Informationsbits an die lauschende Cassini-Sonde in der Saturnumlaufbahn überträgt. Solche Verschiebungen geben unter anderem darüber Auskunft, ob Huygens tatsächlich Sturmböen von bis zu 700 Kilometern pro Stunde ausgesetzt ist.

DISR soll Titan-Oberfläche fotografieren | Das Huygens DISR-Instrument wird beim Abstieg einige unterschiedlich detaillreiche Bilder aus verschiedenen Höhen aufnehmen: Aus 150 Kilometer Höhe soll etwa die grün umrandete Fläche in einer Auflösung von 150 bis 1160 Metern pro Pixel fotografiert werden. Der gelbe Punkt markiert den geplante Landepunkt der Sonde.
Darüber hinaus nimmt Huygens beim Flug Titan-Luftproben mit dem ACP (Aerosol Collector and Pyrolyser) – genau um 11.50 Uhr MEZ am 14. Februar 2005 beginnt programmgemäß der sondeneigene Gas-Chromatograph mit Massenspektrometer, diese Proben zu verdampfen und zu analysieren. Spannender noch für ein menschliches Publikum könnten aber die optischen Impressionen sein, die durch den seitwärts blickenden DISR (Descent Imager/Spectral Radiometer) gesammelt werden: Spektren und Schwarzweiß-Fotos unterschiedlicher Detailschärfe sollen den Mond visuell aus dem bisherigen schummrigen Dämmerlicht reißen.

Dann allerdings wird es haarig: Niemand kann vorhersagen, ob die Sonde den Aufprall auf die Oberfläche von Titan übersteht. War sie stabil genug gebaut – oder wassert beziehungsweise "methant" sie harmlos platschend in einem Kohlenwasserstofftümpel – dann schlägt die große Stunde des SSP (Surface Science Package). Mit ihm kann die Wucht des Aufpralls bestimmt und eine Schiefneigung wahrgenommen werden. Außerdem kann das Instrumentenbündel thermische, elektrische, akustische und optische Impressionen sammeln – und uns so vieles von der Tiefe eines etwaigen wellengekräuselten Methansee-Landeplatzes bis hin zur Geräuschkulisse der Saturnmond-Welt verraten.

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