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Galaxienentwicklung: IC 2184 - Zwei verschmelzende Galaxien

IC 2184 - zwei verschmelzende Galaxien

Im Sternbild Giraffe, lateinisch: Camelopardalis, befindet sich dieses seltsam anmutende, V-förmige Objekt, IC 2184. Es sind zwei Galaxien, die dabei sind, zu einer Welteninsel zu verschmelzen. Ihre beiden Scheiben berühren sich bereits und ihre große Nähe zueinander führt zu starken Gezeitenkräften. Beide Galaxien zeigen sich annähernd in Kantenstellung zu uns, das heißt, wir sehen sie nur von ihrer schmalen Seite.

Durch die wechselseitigen Gezeitenkräfte werden große Mengen an Gas und Staub aus beiden Welteninseln herausgzogen, dabei in Turbulenz versetzt und auch komprimiert. Dadurch kommt es in den in der Folge entstehenden Gezeitenarmen zur massenhaften Entstehung von neuen Sternen. Dabei bilden sich auch viele massereiche Sterne, die so heiß sind, dass sie überwiegend im blauen sichtbaren Licht und im Ultravioletten leuchten. Ihre intensive UV-Strahlung regt zudem Wasserstoffgas in den sie umgebenden Gaswolken zum Aussenden des rötlichen H-alpha-Lichts an, das auf diesem Bild rosa erscheint.

Im Verlauf von einigen 100 Millionen Jahren wird an Stelle dieses kosmischen "V" eine große elliptische Galaxie zu sehen sein, die wie ein abgeflachter diffuser Ball erscheint. Sie besteht dann praktisch vollständig aus Sternen geringer Masse und leuchtet in einem gelblichen Licht. In ihr wird kaum noch Sternentstehung stattfinden, da bei der Verschmelzung die in den beiden Vorgängergalaxien vorhandenen Ansammlungen von Gas und Staub weitgehend zur Bildung neuer Sterne verbraucht wurden.

Das Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble mit der Weitfeld/Planetenkamera 2 aus Aufnahmen im ultravioletten, sichtbaren und infraroten Licht. Blaue Farbtöne entsprechen ultravioletter Strahlung bei 300 Nanometer, grüne sichtbarem Licht bei 555 Nanometer und rote Farbtöne zeigen Infrarot bei 814 Nanometer.

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  • Quellen
ESA/Hubble & NASA, Februar 2013

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