Forschungspreise: Ig-Nobelpreise verlassen die USA

Die Ig-Nobelpreise für kuriose Forschung werden zum Schutz der Gäste künftig nicht mehr in den USA verliehen. Nachdem sie 35 Jahre lang in den Vereinigten Staaten überreicht worden waren, sollen sie im kommenden September in Zürich übergeben werden, wie die Veranstalter mitteilen. Anschließend solle die Verleihung alle zwei Jahre in Zürich und in den Jahren dazwischen in anderen europäischen Städten stattfinden, hieß es weiter.
Mit Blick auf die politische Lage in den USA sagte Marc Abrahams, Hauptorganisator und Moderator der Gala: »Im vergangenen Jahr ist es für unsere Gäste unsicher geworden, dieses Land zu besuchen.« Er fügte hinzu: »Wir können weder die neuen Gewinner noch die internationalen Journalisten, die von dieser Veranstaltung berichten, mit gutem Gewissen bitten, in diesem Jahr in die USA zu reisen.«
Der Ig-Nobelpreis ist eine satirische Auszeichnung für skurrile wissenschaftliche Forschung, die – so der Anspruch – erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregen soll. Er wird seit dem Jahr 1991 verliehen. »Ignoble«, wofür die Abkürzung »Ig« steht, bedeutet auf Deutsch so viel wie »unedel«. Die Preise werden jedes Jahr mit viel Klamauk bei einer großen Gala vergeben. Veranstalter ist die Zeitschrift »Annals of Improbable Research«, die sich kurioser Forschung widmet und in Cambridge (USA) erscheint.
Anders, als man vielleicht annehmen könnte, sind die Ig-Nobelpreise kein reiner Spaß. Sie zeichnen Arbeiten aus, die sich oft randständigen Phänomenen widmen und dabei ungewöhnliche Perspektiven eröffnen, die mitunter sehr relevant sind. Deshalb gelten sie mittlerweile als durchaus respektable Anerkennungen, die Forscherkarrieren beflügeln können. Der Ig-Nobelpreisträger Saul Justin Newman vom University College London hatte beispielsweise herausgefunden, dass die meisten Behauptungen über höchstbetagte Menschen falsch sind. Bei seinen Untersuchungen zeigte sich: Von den Personen weltweit, die angeblich über 110 Jahre alt sind, hat fast keine eine Geburtsurkunde – und nur bei einer verschwindend geringen Minderheit der vermeintlich höchstbetagt Verstorbenen liegt eine Sterbeurkunde vor. Das Geheimnis, 110 oder älter zu werden, besteht demnach in einer fehlenden Kenntnis des Geburts- beziehungsweise Sterbedatums. (dpa/fs)
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