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Beobachtungstipp: Die beste Merkursichtbarkeit des Jahres

Für die nächsten drei Wochen lässt sich Merkur leicht am Abendhimmel auffinden, denn der sonnennächste Planet erreicht im April einen geeigneten Abstand zur Sonne. Der Planet zeigt sich tief am westlichen Horizont.
Merkur in Farbe

Ein seltener Gast am Himmel lässt sich im April für die nächsten drei Wochen gut beobachten: Der sonnennächste Planet Merkur zeigt sich am Abendhimmel tief am westlichen Horizont. Er erreicht am 18. April seine größte östliche Elongation zur Sonne, das heißt, er eilt dem Tagesgestirn am Himmel hinterher. Dank der steilstehenden Ekliptik, der Hauptebene des Sonnensystems, in der alle acht Planeten umlaufen, ergibt sich damit die beste Abendsichtbarkeit des Jahres: Fast den ganzen Monat lang kann der innerste Planet gesichtet werden.

Merkur am Abendhimmel | Merkur bietet im April eine für unsere Breiten ungewöhnlich lange Abendsichtbarkeit. Gezeigt ist die Höhe des Planeten über dem westlichen Horizont jeweils 40 Minuten nach Sonnenuntergang.

Bereits gegen Ende der ersten Aprilwoche findet man ihn in der Dämmerung, bis Mitte des Monats erreicht er zum Ende der bürgerlichen Dämmerung eine Höhe von etwa zwölf Grad über dem westlichen Horizont. Ein Fernglas hilft bei der Suche. Merkur nähert sich der Erde, damit schrumpft seine Beleuchtungsphase, wobei der scheinbare Durchmesser des Merkurscheibchens wächst. Seine scheinbare Helligkeit nimmt allerdings rapide ab, von –1,5 mag am 1. auf –0,3 mag am 15. und +2,9 mag am 30. April. In der zweiten Monatshälfte wird es daher immer schwieriger, den flinken Planeten in der Abenddämmerung aufzuspüren.

Auch in größeren Teleskopen lässt sich bei Merkur allein seine Lichtphase erkennen; nur gelegentlich berichten visuelle Beobachter von helleren und dunkleren Regionen auf dem Planeten. In Fotografien zeigen sich diese recht deutlich, insgesamt sind aber die Kontraste auf der Merkuroberfläche eher gering. Dies wird auch durch die Aufnahmen der Raumsonde Messenger bestätigt, die den kleinsten Planeten unseres Sonnensystems vollständig kartierte. Ihre Bilder zeigen eine von Kratern übersäte Oberfläche, die derjenigen unseres Mondes sehr ähnlich sieht. Merkur hat wie der Erdmond keine Atmosphäre, so dass es auf seiner Oberfläche über Milliarden von Jahren hinweg kaum zu Veränderungen kommt.

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