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Zirkadiane Rhythmen: Im dauernden Dunkel braucht es keine innere Uhr

In dauernd dunklen Orten wie Höhlen brauchen heimische Organismen keine Augen. Aber müssen sie wissen, ob es über der Erdoberfläche Tag oder Nacht ist?
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Einige tief in Höhlen lebende Fische der mexikanischen Art Astyanax mexicanus haben ihre Augen mangels Nützlichkeit ganz zurückgebildet – während einige ihrer Artgenossen, die an der hellen Oberfläche leben, durchaus sehen können. Die drastisch unterschiedlichen Umweltanpassungen innerhalb der Spezies gehen aber noch weiter, berichten Zoologen: Tatsächlich verzichten die Höhlenbewohner von A. mexicanus auch auf die zirkadiane innere Uhr, die den Stoffwechsel ihrer weniger lichtscheuen Kollegen an wechselnde Lichtbedingungen tags und nachts anpasst.

Damit sparen die im dunklen lebenden Formen etwa 27 Prozent Energie, rechnen die Forscher nach Vergleichsmessungen aus, die sie im Dauerdunkel und im Hellen durchgeführt hatten. Die sehenden und mit innerer Uhr ausgestatteten Exemplare verbrauchen tief unten in der Höhle dagegen satte 38 Prozent mehr Energie mit ihrer unnötigen Ausstattung. Die Forscher vermuten nun, dass Höhlenbewohner vielleicht generell auf zirkadiane Regelungssysteme verzichten, und wollen dies an weiteren Exemplaren testen: "Für Bewohner eines Habitats ohne 24-Stunden-Rhythmus lohnt es nicht, auf einen Tag zu warten, der nie kommen wird", fasst Studienleiter Damian Moran zusammen.

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