Infektionskrankheiten: Ebolafieber breitet sich im Kongo aus

Das Ebolafieber in der Demokratischen Republik Kongo greift weiter um sich. Es seien immer mehr Regionen betroffen, und die Zahl der Fälle steige, sagte Olivier le Polain. Der Epidemiologe ist für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der kongolesischen Provinz Nord-Kivu tätig, um die Lokalbehörden zu unterstützen.
Bis Donnerstag, 11.06.2026, waren 676 Fälle von Ebolafieber bestätigt worden, darunter 136 Todesfälle, wie le Polain weiter ausführte. »Fast jeden Tag sind neue Gesundheitszonen betroffen.« Der Großteil des Geschehens spiele sich in der Provinz Ituri ab, die nördlich von Nord-Kivu an der Grenze zu Uganda liegt. Auch die Krankheitsfälle in Nord- und Südkivu hätten meist Menschen betroffen, die aus Ituri gekommen waren. Inzwischen gebe es dort aber auch vor Ort Ansteckungen.
Den Ausbruch zu bekämpfen, werde von mehreren Faktoren erschwert, ergänzte le Polain. Andauernde Konflikte – in der Region kämpfen bewaffnete Gruppen und Milizen um rohstoffreiche Gebiete –, zahlreiche vertriebene Menschen sowie ein schwach entwickeltes Gesundheitssystem seien Herausforderungen. »Das ganze Ausmaß des Ausbruchs ist noch nicht klar«, betonte der Experte.
Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt davor, dass Familien in der Region keine Routineuntersuchungen mehr machen lassen oder mit kranken Kindern keine ärztliche Hilfe suchen, weil sie sich vor Ansteckungen in Kliniken fürchten. Es bestehe die Gefahr, dass vermehrt Kinder sterben. Mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren in der Provinz Ituri sei unterernährt und deshalb ohnehin schon in einer prekären Situation. (dpa/fs)
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