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Chronobiologie: Immunsystem beeinflusst innere Uhr

Der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha), der als Botenstoff während einer Immunabwehr gegen bakterielle Infektionen ausgeschüttet wird, bremst das Ablesen von Genen der inneren Uhr. Dies könnte den molekularen Mechanismus erklären, durch den Erkrankungen meist mit Müdigkeit verknüpft sind, und bietet eventuell Behandlungsansätze für Patienten mit Autoimmunerkrankungen.

Thomas Birchler vom Universitätsspital Zürich und seine Kollegen hatten zunächst in Zellkulturen festgestellt, dass TNF-alpha das Ablesen einer Gruppe von zentralen Genen der inneren Uhr herunterreguliert, wobei jedoch der charakteristische Rhythmus erhalten blieb. Als sie anschließend Mäusen eine Pumpe in den Rücken implantierten, die den Botenstoff kontinuierlich ausschüttete, beobachteten sie dieselbe veränderte Genaktivität in Leberzellen sowie von stärkerer Müdigkeit geprägte Verhaltensänderungen ihrer Nager: Sie bewegten sich weniger im Laufrad und legten auch sonst während der Nacht längere Ruhepausen ein. Allerdings mussten die Forscher das Experiment bereits am vierten Tag abbrechen, da es zu Komplikationen an der operierten Stelle kam.

Schon länger war ein Zusammenhang zwischen TNF-alpha und Müdigkeit bekannt: Damit behandelte Krebspatienten klagen häufig über schwere Müdigkeit bis hin zu Lethargie, und TNF-alpha-Hemmer linderten bei Menschen mit rheumatoider Arthritis oder Schlafapnoe die Müdigkeitssymptome. Die genaue Wirkungsweise lag jedoch noch im Dunkeln. (af)
18.07.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 18.07.2007

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