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Immunologie: Immunsystem passt sich Lebensbedingungen des Menschen an

Bei den frühen Wanderungen des Menschen hat sich sein Immunsystem auf die örtlich vorherrschenden Gegebenheiten eingestellt. Darauf deutet eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Ralf Schumann von der Humboldt Universität in Berlin hin.

Die Forscher untersuchten bei etwa 2500 Menschen den Toll-like Rezeptor 4 (TLR4), der Bakterien erkennt und damit die Reaktion des angeborenen Immunsystems einleitet. Im Fokus der Analyse standen zwei für den Rezeptor kodierende Genvarianten von TLR4. Die Forscher stellten fest, dass die Variante N299G vor allem bei Menschen südlich der Sahara vorkommt, während sich die Mutation T399I vorwiegend auf Europa beschränkt.

Beide Polymorphismen verursachen beim Menschen bestimmte gesundheitliche Nachteile: Die Mutation N299G macht die Europäer anfällig für verschiedene bakterielle Infektionen, in Experimenten wiesen die Forscher zudem erhöhte Entzündungsreaktionen nach. Die Menschen südlich der Sahara schützt N299G dagegen vor Malaria-Erkrankungen. Die vor allem in Europa vorkommende Mutation T399I wird dagegen mit Herz- und Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht. Zugleich neutralisiert sie allerdings auch die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von N299G.

Die Forscher vermuten deshalb, dass sich das innere Immunsystem unter dem Druck von Krankheiten langfristig an die Lebensumstände der Menschen anpasst. (may)

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