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Covid-19: Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für alle ab zwölf Jahren

Die STIKO hat ihre Empfehlungen für Kinder und Jugendliche geändert. Die Vorteile der Impfung würden das Risiko von sehr seltenen Nebenwirkungen auch in dieser Gruppe überwiegen.
Mädchen und Junge mit Maske unterhalten sich auf dem Schulhof

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht sich für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, »dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen«, teilte das Gremium am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen noch möglich.

»Diese Empfehlung zielt in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor Covid-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab«, erklärte die STIKO. Die Impfung solle weiterhin nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko durchgeführt werden. Man spreche sich »ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird«.

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Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte das Gremium. Es verwies dazu etwa auf fast zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im amerikanischen Impfprogramm. Die bisherige Zurückhaltung hatte STIKO-Chef Thomas Mertens zuletzt mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden begründet. Im Fokus standen vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Am Montag sprach die STIKO von meist unkomplizierten Verläufen.

Die Impfkommission war in den vergangenen Wochen wiederholt von verschiedenen Politikern aufgefordert worden, ihre vorsichtige Haltung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu überdenken. Bislang hatte die STIKO Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zwar nicht ausgeschlossen. Ihre explizite Empfehlung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, galt aber nur für Betroffene mit bestimmten Vorerkrankungen oder Kontakt zu Risikogruppen. Einzelne Bundesländer preschten deshalb bereits mit eigenen Empfehlungen vor. So rät die Sächsische Impfkommission etwa schon seit dem 1. August 2021 allen Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren zur Coronaschutzimpfung.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag sind mittlerweile 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig. Mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna sind in der EU derzeit zwei mRNA-Impfstoffe für diese Gruppe zugelassen. Für Kinder unter zwölf Jahren ist bislang kein Impfstoff verfügbar. (dam)

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