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Hämorrhagisches Fieber: Impfstoffe gegen Ebola- und Marburg-Viren an Affen erfolgreich getestet

Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Kanada, den USA, Deutschland und Frankreich hat Impfstoffe gegen Ebola- und Marburg-Viren hergestellt, die Affen vor den lebensbedrohlichen Infektionen schützen. Tierversuche mit Ebola-Impfstoffen waren bereits in der Vergangenheit erfolgreich verlaufen, gegen das Marburg-Virus gab es noch überhaupt keinen Impfschutz.

Die Forscher um Steven Jones von der Kanadischen Gesundheitsbehörde wählten als Ausgangspunkt für ihren Impfstoff das so genannte vesikuläre Stomatitis-Virus – einen Krankheitserreger von Haustieren, der beim Menschen grippeartige Symptome auslösen kann. Durch genetische Veränderungen bauten die Viren auf ihrer Oberfläche Proteine vom Ebola- oder vom Marburg-Virus ein. Mit diesen genetisch veränderten Viren impften die Forscher Makaken und infizierten sie anschließend mit den Krankheitserregern.

Bei beiden Krankheiten genügte eine einzige Impfung, um die Tiere wirksam zu schützen: Die Affen bildeten Antikörper gegen die Erreger und mobilisierten auch ihre zelluläre Immunantwort.

Ebola- und Marburg-Viren lösen beim Menschen lebensgefährliche, mit inneren Blutungen verbundene hämorrhagische Fieber aus. Das nach dem Fluss Ebola benannte Virus trat erstmals 1976 im damaligen Zaire auf; das Marburg-Virus wurde 1967 bei infizierten Mitarbeitern eines Marburger Labors isoliert. Gegen beide Erreger, die immer wieder in Zentralfarika ausbrechen und auch als potenzielle Biowaffen gefürchtet sind, gibt es weder eine wirksame Behandlung noch einen Impfschutz.
07.06.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.06.2005

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