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Immunologie: Impfung gegen Alzheimer?

Wissenschaftler aus Japan und der Schweiz haben einen DNA-Impfstoff kreiert, der die Bildung von Amyloid-Plaques im Gehirn von Mäusen unterbindet. Diese aus dem Protein beta-Amyloid entstehenden Ablagerungen gelten als typisch für die Alzheimer-Demenz.

Vor wenigen Jahren war bereits ein Impfstoff gegen die Alzheimer-Krankheit entwickelt worden: Mit verabreichtem beta-Amyloid sollte das Immunsystem angeregt werden, Antikörper gegen die Plaques zu entwickeln. Während Tierversuche hiermit erfolgreich verlaufen waren, mussten die klinischen Studien an Menschen im Jahr 2002 allerdings abgebrochen werden, da es zu gefährlichen Hirnhautentzündungen gekommen war.

Statt das Protein zu verwenden, spritzen die Forscher um Yoh Matsumoto vom Städtischen Institut für Neurowissenschaften in Tokio und Matthias Staufenbiel vom Pharmakonzern Novartis in Basel ihren Versuchstieren DNA-Stücke, die für beta-Amyloid kodierten. Diese DNA-Impfung soll das Immunsystem schonender anregen und damit Entzündungsreaktionen vermeiden.

Tatsächlich entwickelten junge geimpfte Mäuse mit einer genetischen Veranlagung zur Plaque-Bildung bis zu 38,5 Prozent weniger Ablagerungen als unbehandelte Kontrolltiere. Bei älteren Nagern, bei denen schon Plaques aufgetreten waren, halbierte sich die Plaque-Rate.

Falls die Ergebnisse mit Affen bestätigt werden können, hoffen die Forscher mit ersten klinischen Tests beim Menschen in drei Jahren beginnen zu können.

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