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Infektionskrankheiten: Impfung gegen Lassa-Fieber in Sicht?

Ein Forscherteam um Thomas Geisbert vom Medizinischen Forschungszentrum für Infektionskrankheiten der US-Armee in Fort Detrick in Maryland und Kollegen von der kanadischen Gesundheitsbehörde haben einen viel versprechenden Impfstoff gegen das Lassa-Virus entwickelt. Er zeigt bei Affen gute Wirkung.

Im Labor hatten die Forscher Makaken zuerst mit der Substanz intramuskulär geimpft und sie dann mit einer gewöhnlich tödlichen Menge Lassa-Viren infiziert. Wie sich zeigte, genügte schon eine einzige Impfdosis, um die Tiere effektiv vor einer Erkrankung zu schützen. Von diesem Ergebnis ermutigt, wollen die Forscher jetzt im Rahmen neuer Studien die Dauer des Impfschutzes und seine Sicherheit prüfen. Wichtig ist auch die Frage, wie schnell der Impfschutz einsetzt, damit er rund um Gebiete, in denen es zu einer Lassa-Epidemie gekommen ist, schnell als Barriere eingesetzt werden kann.

Am Lassa-Fieber erkranken jedes Jahr einige hunderttausend Menschen. Es tritt dabei regional begrenzt in Teilen Westafrikas auf und wird durch Viren ausgelöst, die primär durch den Kot und den Urin infizierter Nagetiere übertragen werden. Hochansteckend sind auch Blut und Sekrete Erkrankter.

Das Lassa-Fieber beginnt häufig mit grippeähnlichen Symptomen und verläuft bei achtzig Prozent der Fälle eher harmlos. Zwanzig Prozent erkranken jedoch sehr schwer, und es kommt im fortgeschrittenem Stadium zu Blutungen der inneren Organe, der Haut und der Schleimhäute. Eine sichere Therapie gegen diese Infektionskrankheit gibt es bislang nicht. Etliche Patienten sterben an den Folgen der Infektion. Als besonders gefährdet gelten Frauen im dritten Trimester der Schwangerschaft und ihre Föten – 95 Prozent der Ungeborenen sterben. Schutz vor der Krankheit gibt es bislang kaum.
29.06.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 29.06.2005

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