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Exoplaneten: In 1½ Tagen um die Sonne

© Leiden Observatory / Leiden University
Neumond, Halbmond und Vollmond – jeder kennt die Phasen des Erdtrabanten aus eigener Anschauung. Galileo Galilei brauchte vor 400 Jahren schon ein Fernrohr, um die wechselnde Beleuchtung der Venus zu beobachten und so eine Bestätigung für das heliozentrische Weltbild zu erhalten. Noch wesentlich mehr Mühe hatte jetzt ein Astronomenteam um Simon Albrecht von der Universität Leiden (Niederlande), bis ihm erstmals die gleiche Beobachtung an einem extrasolaren Planeten gelang. Dabei handelt es sich um einen Gasriesen mit ungefähr der Masse von Jupiter, aber der 1,5fachen Ausdehnung. Er umkreist einen 1560 Lichtjahre entfernten Stern in so geringem Abstand, dass er für einen Umlauf nur eineinhalb Tage benötigt.

Die Forscher bedienten sich des französischen Satelliten CoRoT ("Convection, Rotation and Planetary Transit"), der mit seinen Messinstrumenten weit entfernte Planeten aufspüren kann, wenn sie vor ihrer Sonne vorbeiziehen und sie teilweise verdecken. Beobachtungsobjekt war der erste mit diesem Satelliten entdeckte Exoplanet namens CoRoT-1b. Über 55 Tage richteten die Wissenschaftler ihren Blick auf ihn und seinen Zentralstern und maßen die Änderung der Lichtintensität im roten Bereich des Spektrums.

Diese nahm, wie sich zeigte, synchron zur Umlaufperiode zu- und ab. Ähnlich wie auf der Erde der Mond abhängig von seiner Phase die Nacht mehr oder weniger stark erhellt, reflektiert CoRoT-1b unterschiedlich viel Licht seines Zentralsterns zur Erde hin – je nachdem, an welcher Stelle seiner Bahn er sich befindet. Zieht er vor seiner Sonne vorbei, erscheint er dunkel. Nach dem Ende dieses Transits wird ein zunehmender Teil seiner uns zugewandten Oberfläche beschienen. Kurz bevor sie ganz beleuchtet ist, verschwindet der Planet hinter seinem Zentralstern. Sobald er auf der anderen Seite wieder auftaucht, vollzieht sich derselbe Vorgang in umgekehrter Reihenfolge.

Christian Tack

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