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Fett im Blut: In Industrienationen sinken die Cholesterinwerte

In Nordamerika und Nordwesteuropa ist das Gesamtcholesterin seit 1980 gesunken. Doch in einkommensschwachen Ländern steigen die Werte seit Jahren. Das zeigt eine weltweite Analyse mit Daten von 100 Millionen Erwachsenen.
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Ein hoher Cholesterinspiegel gilt als Risikofaktor für etliche Krankheiten – und als Merkmal der westlichen Länder mit hohem Einkommen. Eine im Fachmagazin »Nature« veröffentlichte Studie besagt, dass in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen der Cholesterinspiegel der Menschen seit dem Jahr 1980 ansteigt und in Ländern mit hohem Einkommen dagegen zurückgeht. Für die Analyse haben fast 1000 Forscher aus der ganzen Welt Daten aus insgesamt 1127 Studien von rund 100 Millionen Erwachsenen ausgewertet. So konnten sie die globalen Trends der Cholesterinwerte seit dem Jahr 1980 bis 2018 aufzeigen.

Bei Cholesterin unterscheiden Fachleute zwischen zwei Arten: dem LDL-Cholesterin (englisch: Low Density Lipoprotein, Lipoprotein mit geringer Dichte), das sich in den Gefäßen festsetzt und deswegen auch als »schlechtes« Cholesterin bezeichnet wird, und dem »guten« HDL-Cholesterin (englisch: High Density Lipoprotein, Lipoprotein mit hoher Dichte), das sich nicht ablagert. Entscheidend für die Gesundheit ist also der Nicht-HDL-Cholesterin-Wert. Er ist ein Schlüsselmarker für die Risikoeinschätzung cholesterinbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frühere Studien haben bereits die Gesamtcholesterinraten untersucht, aber nicht die beiden Arten getrennt analysiert.

Im Detail stellten die Autoren der Studie fest, dass der nicht gute Cholesterinspiegel in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Ost- und Südostasien, gestiegen ist. In den westlichen Ländern mit hohem Einkommen, vor allem in Nordwesteuropa, sowie in Mittel- und Osteuropa ist der Wert hingegen gesunken. Die Menschen in Belgien und Island verzeichneten den stärksten Rückgang des schädlichen Cholesterins seit 1980. China, das im Jahr 1980 einige der niedrigsten Werte von Nicht-HDL-Cholesterin aufwies, gehörte 2018 zu den Ländern mit den höchsten Steigerungsraten.

Im Jahr 2017 war Nicht-HDL-Cholesterin verantwortlich für 3,9 Millionen Todesfälle weltweit, von denen die Hälfte in Ost-, Südost- und Südasien auftrat; im Vergleich zu nur einem Viertel im Jahr 1990. Da besonders sehr fettreiche Lebensmittel zu einem hohen Cholesterinspiegel im Blut führen können, glauben die Autoren, dass für die beobachtete Entwicklung Veränderungen in der Ernährung verantwortlich sind. Aber auch Verhaltensänderungen oder die Einnahme von Medikamenten gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel können einen Einfluss haben. Die Forscher empfehlen unter anderem Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Menschen sich gesund ernähren. Außerdem müsse die Behandlung erhöhter Cholesterinspiegel und daraus folgender Erkrankungen weltweit verbessert werden. Allerdings streiten Experten weiterhin darüber, inwiefern ein hoher Cholesterinspiegel tatsächlich der Gesundheit schadet, worauf er beruht und wie er sich beeinflussen lässt.

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