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News: In München steht das Klonkalb Uschi

Zum ersten Mal ist es in Deutschland gelungen, ein Kalb aus Körperzellen zu klonen. Die Tiermediziner der Münchener Ludwigs-Maximilian-Universität verwendeten eine ähnliche Methode wie beim berühmten Klonschaf Dolly. Dabei wird eine Zellkultur aus den Euterzellen eines erwachsenen Tieres angelegt. Einzelne Zellen daraus werden mit leeren Eizellen ohne Kern fusioniert.
Die Münchener Forscher um Professor Eckhard Wolf verbesserten die Technik allerdings. So änderten sie die Konzentration des sogenannten MPF (M-Phase Promoting Factor) – eines Eiweißes, das die Entwicklung von Zellen in der Zellkultur steuert. Dadurch benötigten sie weniger Fehlversuche als die schottischen Wissenschaftler: Nur 147 Eizellen mußten mit Euterzellen fusioniert werden, bei Dolly waren es noch 277. Daraus entstanden insgesamt 32 Blastocyten, frühe Stufen von Embryonen, von denen schließlich vier weiterverwendet wurden.

Professor Wolf vom Lehrstuhl für molekulare Tierzucht der Universität München ist zuversichtlich, daß Uschi sich gut entwickeln wird: "Sie wird sicher ein sehr glückliches Leben haben. Wir werden sie sehr lange beobachten. Wenn sie geschlechtsreif ist, wird sie besamt werden, um zu untersuchen, ob sie auch selbst Kälber bekommen kann." Die Forschung im Labor werde ebenfalls weitergeführt: "Für uns tun sich jetzt mehr Fragen auf, als wir durch das Experiment an Antworten bekommen haben. In erster Linie: Warum funktioniert das Klonen mit bestimmten Zelltypen, mit anderen jedoch nur schlecht. Wir müssen in nächster Zeit verstehen, wie diese Aktivierung des genetischen Programms funktioniert."

Nach der Premiere mit dem Klonschaf Dolly vor zwei Jahren erblickte bereits eine ganze Reihe ähnlich erzeugter Tiere das Licht der Welt, darunter auch Mäuse und in Japan Rinder. Mit Uschi konnten jetzt auch deutsche Wissenschaftler an die Spitze der Entwicklung anschließen.

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