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Tierphysiologie: In Notzeiten verkleinern Gazellen ihre Organe

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Während ausgeprägter Dürrezeiten können die in der Arabischen Wüste lebenden Kropfgazellen (Gazella subgutturosa) ihre Organe beträchtlich verkleinern, um damit ihre Wasserverluste zu verringern.

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Kropfgazellen | Die in den Wüsten Saudi-Arabiens lebenden Kropfgazellen können Herz und Leber schrumpfen lassen, um ihren Wasserverbrauch zu verringern.
Vor allem Herz und Leber schrumpfen bei Mangel an Nahrung und Trinkwasser zusammen: Dadurch erniedrigt sich die Stoffwechselrate und damit der Sauerstoff-Bedarf der Gazellen, sie müssen seltener atmen und verlieren folglich weniger Flüssigkeit in Form von Wasserdampf. Bei keinem anderen bislang untersuchten, in Wüsten lebenden Huftier konnten nach Angaben von Biologen um Stéphane Otrowski vom saudi-arabischen National Wildlife Research Center ähnlich niedrige Wasserverluste gemessen werden.

Dagegen verändert sich der Darm während Krisenzeiten nicht: Da er ein Viertel bis die Hälfte der verfügbaren Nahrung verwertet und in verfügbares Eiweiß umwandelt, muss er sofort uneingeschränkt arbeitsfähig sein, wenn die Gazelle auf Nahrung trifft. Neben Energie bedient die Vegetation auch ihren Trinkwasserbedarf, da es in der Arabischen Wüste nur wenige Quellen gibt. Und auch das Gehirn – als größter Energieverbraucher – nimmt während der Mangelperioden nicht ab, stattdessen entdeckten die Forscher, dass die Tiere dort vergleichsweise hohe Fettmengen einlagern. Wahrscheinlich sichern die Gazellen damit auch während extremer Notzeiten den Stoffwechsel in ihrem Denkorgan ab.

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