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Herbst: In unser Wetter kommt Bewegung

Der Sommer 2018 ist beendet - zumindest ab dem Wochenende. Eine Kaltfront und ein kräftiges Sturmtief leiten den Herbst standesgemäß ein.
Sturm an der Küste

Der Sommer 2018: Er scheint nicht weichen zu wollen. Und dank des ehemaligen Tropensturms »Helene« brachte er sogar noch einmal neue Wärmerekorde für diesen September – der Ex-Hurrikan führt auf seinem Weg nach Großbritannien an seiner Südseite noch mal warme Luft nach Mitteleuropa. Doch nun wird dieser scheinbar nicht endende Sommer wohl gleich mit einem doppelten Paukenschlag vom Herbst abgelöst, schreibt der »Deutsche Wetterdienst«. Ab Freitag, dem 21.9., gelangt mit einer kräftigen Kaltfront polare Meeresluft nach Mitteleuropa, so dass es regional einen Temperatursturz von bis zu 15 Grad Celsius geben wird. Am Samstag werden nur noch maximal 20 Grad Celsius erwartet.

Dazu bringt Sturmtief »Elena« Schauer und Gewitter sowie kräftigen Wind, der im Norden in Böen sogar fast Orkanstärke mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde erreichen kann. Angesichts der langen Dürre in diesem Jahr vor allem in Nord- und Mitteldeutschland birgt dies schon Gefahr durch kräftige Staubverwehungen oder umstürzende Bäume, die durch die Trockenheit geschwächt, aber zumeist noch belaubt sind. Und dies ist erst ein Vorgeschmack, denn nach kurzem Zwischenhocheinfluss am Samstag macht sich am Sonntag beziehungsweise in der Nacht zum Montag ein zweites, kräftigeres Tief auf Richtung Mitteleuropa. Dessen genaue Zugbahn ist noch offen, die aktuellen Berechnungen vom 20.9. prognostizieren einen Verlauf durch die nördliche Mitte Deutschlands. Im südlich daran anschließenden Windfeld sind auf Berggipfeln erneut Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde zu erwarten, sonst herrschen vielerorts kräftige Winde mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde. Daneben werden aber noch zwei weitere Zugbahnen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit berechnet – eine nördliche und eine südliche Variante. Je nach Lage des Sturmzentrums betrifft das Windfeld dann ganz Deutschland (Nord) oder nur den Süden (Süd). Im Vorfeld des Unwetters kann es zudem noch einmal im Süden und Südwesten bis 25 Grad Celsius geben, weil das Tief warme Luft ansaugt.

Besteht Hoffnung, dass die Dürre nachhaltig endet? Ausgemacht ist das noch nicht. Im Norden können lokal durchaus 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen, im restlichen Deutschland eher 5 bis 10 Liter. Doch vielerorts sind die Böden bis in größere Tiefe knochentrocken und hart. Das Wasser kann also nicht ohne Weiteres versickern, und bei Schauern dürfte ein guter Teil des Regens einfach oberflächlich abfließen. Lang anhaltender, »sanfter« Landregen, der die Böden tatsächlich tränken könnte, sehen die Prognosen dagegen noch nicht. Dafür muss der Herbst wohl erst noch einen weiteren Anlauf nehmen.

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