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Südamerika: Indianische Städte im Amazonas-Regenwald

Im Dschungel Brasiliens ...Laden...
Das Amazonasbecken könnte nach Ansicht amerikanischer Wissenschaftler einst dicht besiedelt gewesen sein. Darauf deuten Überreste im brasilianischen Regenwald hin, die teilweise aus der Zeit vor der Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus stammen.

Mit Hilfe ...Laden...
Mit Hilfe ... | ... von Profilschnitten erkennen die Fachleute die einzelnen Bauphasen der Gebäude, die ehemals auf dem Hügel standen.
Bislang galt der augenscheinlich so üppige tropische Regenwald als eher ungeeignet für menschliche Siedlungen. Der Grund: Die Böden sind vergleichsweise unfruchtbar und laugen nach dem Abholzen schon nach wenigen Jahren aus. Sie können nur kleine Gemeinschaften ernähren – die stetig von einem Ort zum nächsten ziehen müssen.

Die ehemaligen Pfosten ...Laden...
Die ehemaligen Pfosten ... | ... des Hauses stehen noch. So können die Archäologen leicht die Konstruktionsweise der Hütte erkennen.
Michael Heckenberger von der University of Florida ist jedoch davon überzeugt, dass es diese typische Brandrodungswirtschaft im Amazonasbecken nicht immer gegeben hat. Sein Team hatte hier in den vergangenen zehn Jahren die Reste von rund dreißig großen Siedlungen entdeckt. Dabei umschlossen sternförmig angeordnete kleinere Dörfer einen zentralen, größeren Ort, die mit ihm durch bis zu fünf Kilometer lange Straßen verbunden waren. Die Forscher schätzen, dass zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert in jedem dieser Orte bis zu 5000 Menschen lebten – deutlich mehr als bisher angenommen.

Auf Satellitenkarten ...Laden...
Auf Satellitenkarten ... | ... der Region zeichnen die Forscher ihre Ergebnisse ein: weiß für Siedlungen, rot für Straßen und schwarz für Gräben.
Neben den Siedlungen fanden die Archäologen künstlichen Hügel mit Befestigungen, Dämme, Gräben und Straßen. "Die Anordnung der Siedlungen und die Raumplanung zeugen von einer ausgefeilten politischen Organisation und sind Kennzeichen für eine komplexe, urbane Gesellschaft", meint Heckenberger.

All dies wäre seiner Ansicht nach undenkbar gewesen, hätten die Indianer die Bäume gefällt, um für wenige Jahre auf den mageren Böden Ackerbau zu treiben. Vielmehr scheinen sie die Ressourcen des Waldes optimal genutzt zu haben, indem sie nur wenige Bäume fällten und im Wald Gärten und Plantagen anlegten. Zudem bauten sie vermutlich künstliche Teiche für die Fischzucht.
30.08.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 30.08.2008

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