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Mondforschung: Indien will auf dem Mond landen

Am späten Abend des 14. Juli 2019 sollte sich die neueste indische Raumsonde Chandrayaan-2 auf den Weg zum Mond machen. Der Start der Sonde wurde rund eine Stunde vor dem Abheben abgebrochen – ein neuer Startversuch ist nun für den 22. Juli um 11:13 Uhr MESZ geplant.
MondLaden...

Update, 19. Juli 2019: Die indische Raumfahrtbehörde ISRO plant einen neuen Startversuch für ihre Mondsonde Chandrayaan-2 nun für den 22. Juli 2019 ab 11:13 Uhr MESZ.

Update, 15. Juli 2019: 56 Minuten vor dem Abheben von Indiens Mondsonde Chandrayaan-2 am 14. Juli 2019 wurde der Countdown abgebrochen. Die Ursache war möglicherweise ein Problem mit einer Treibstoffleitung. Ein neuer Startversuch wird laut der indischen Raumfahrtbehörde ISRO nicht vor dem 17. Juli erfolgen.

Rund elf Jahre nach ihre ersten Mondsonde will am späten Abend des 14. Juli 2019 die indische Raumfahrtbehörde ISRO ihren nächsten Vorstoß zum Erdtrabanten wagen. Um 23:21 Uhr MESZ soll sich Chandrayaan-2 (indisch: Mondfahrzeug) vom indischen Raketenstartplatz Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota am Golf von Bengalen auf den Weg machen. Indiens stärkste Trägerrakete, die GSLV Mark IIID2, die der europäischen Ariane 5 zum Verwechseln ähnlich sieht, soll die Mondsonde ins All bringen.

Der indische Mondlander Vikram mit dem Rover Pragyan im ReiraumLaden...
Der indische Mondlander Vikram mit dem Rover Pragyan | Der indische Mondlander Vikram – hier im Reinraum bei der Endmontage – soll im September 2019 sanft auf der Mondoberfläche aufsetzen. Auf der schwarzen Rampe ist der kleine Rover Pragyan zu sehen, der für 14 Tage nach der Landung den Landeplatz erkunden soll.

Die Sonde besteht aus drei wichtigen Hauptelementen: einem Orbiter, der den Mond von einer Umlaufbahn aus erkundet; einem Lander, der sanft auf der Oberfläche aufsetzen soll und einem kleinen Rover, der kurz nach der Landung vom Lander ausgesetzt wird.

Verfolgen Sie den Start von Chandrayaan-2 live! Im Allgemeinen überträgt die indische Raumfahrtbehörde ISRO ihre Starts live auf ihrer Homepage. Eine weitere Möglichkeit ist der Youtube-Kanal des größten indischen Fernsehsenders Doordarshan.

Der Weg nach dem Start führt Chandrayaan-2 nicht direkt zum Mond, sondern in eine stark elliptische Erdumlaufbahn. Durch mehrere Schubmanöver mit Bordantrieb wird deren erdfernster Punkt immer weiter angehoben, bis die Bahnellipse so groß ist, dass sie die Mondbahn erreicht. Diese Manöver werden einige Wochen in Anspruch nehmen. Danach reicht ein kurzes Schubmanöver, so dass der Mond mit seiner Schwerkraft Chandrayaan-2 einfangen kann. Daraufhin schließen sich weitere Schubmanöver an, bis sich die Sonde in einer annähernd kreisförmigen Bahn in rund 100 Kilometer Höhe über der Mondoberfläche befindet. Dies sollte nach aktueller Planung im September 2019 der Fall sein.

Danach trennt sich der Lander mit dem Namen Vikram vom Orbiter und macht sich auf den Weg zur Mondoberfläche. Benannt ist die rund 1,4 Tonnen schwere Sonde nach Vikram Sarabhai (1919 – 1971), dem Begründer des indischen Weltraumprogramms. Nach der Trennung wird Vikram mehrere Schubmanöver durchführen, um sein Zielgebiet auf der Mondvorderseite bei rund 70 Grad südlicher Breite anzusteuern. Nach der hoffentlich sanften Landung soll Vikram einen kleinen Rover namens Pragyan (Sanskrit: Weisheit) aussetzen, der für einen Mondtag (14 Erdtage) die unmittelbare Umgebung des Landeplatzes erkunden soll. Pragyan ist rund 27 Kilogramm schwer und erinnert sehr an den kleinen Rover Sojourner der NASA-Mission Mars Pathfinder im Jahr 1997. Sowohl der Lander als auch der Rover sind mit Kameras und Messinstrumenten zur Erforschung des Mondes ausgestattet und sollen einen Mondtag lang auf der Oberfläche durchhalten. Der Orbiter hingegen soll für mindestens ein Jahr den Mond mit acht unterschiedlichen wissenschaftlichen Instrumenten erforschen.

Mit Chandrayaan-2 möchte Indien beweisen, dass es vor allem mit der Volksrepublik China in Sachen Weltraumfahrt auf Augenhöhe ist. Allerdings hat China schon zwei erfolgreiche Mondlandungen vorzuweisen und bereitet für Ende des Jahres die Rückführung einer Bodenprobe zur Erde vor.

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