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Frühmenschen: Indonesischer "Hobbit" hatte wohl kein Down-Syndrom

Die zwergenhaften Fossilien von der Insel Flores - eigene Menschenart oder kranke moderne Individuen?

Ein Forscherteam um Michael Westaway von der Griffith University in Brisbane widerspricht in einer aktuellen Veröffentlichung der Vermutung, die "Hobbit"-Fossilien von der indonesischen Insel Flores stammten von modernen Menschen mit Down-Syndrom. Der australische Forscher Maciej Henneberg hatte diese Hypothese letztes Jahr aufgestellt und als Beleg primär die Kieferform der Fossilien herangezogen. Westaway und seine Kollegen argumentieren jedoch, dass die Form der Kiefer keineswegs derjenigen moderner Menschen entspreche, insbesondere halte der Vergleich mit indigenen Australiern und Melanesiern keiner Überprüfung stand. Die Auseinandersetzung ist die Fortsetzung des Forscherstreits um den Status der Flores-Menschen, der bereits seit der Entdeckung der ersten Fossilien immer wieder aufflackert.

Henneberg hatte sich bei seiner Einstufung der Fossilien auf eine Neubewertung der Form zweier Unterkiefer mit den Bezeichnungen LB1 und LB6 berufen. Beiden Funden fehlt das eigentlich für moderne Menschen typische vorstehende Kinn – was viele Experten als Zeichen einer neuen Art interpretieren. Henneberg dagegen ist der Ansicht, dass indigene Australier und Melanesier ebenfalls dieses zurückweichende Kinn besitzen. Die Gruppe um Westaway präsentiert dagegen kernspintomografische Aufnahmen moderner Menschen aus der Region, die zeigen, dass dem nicht so ist. Sie unterstützen damit die Zuordnung der Knochen zu der eigenständigen Art Homo florensiensis.

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