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Vertrauen: Ins Gesicht geschrieben

In Menschen mit vertrauenserweckenden Gesichtern investieren wir mehr Geld.
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Von Kindheit an ist unser Gehirn auf das Erkennen von Gesichtsausdrücken programmiert. In Sekundenbruchteilen fahnden wir automatisch nach Absichten und Gefühlen unseres Gegenübers. Ist eine Person beispielsweise vertrauenswürdig oder nicht? Wie Constantin Rezlescu vom University College London und seine Kollegen nun herausfanden, verlassen wir uns bei der Beurteilung eines Menschen eher auf sein Aussehen als auf Informationen über sein Verhalten.

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Gesichtertest | Mit Hilfe eines Computerprogramms veränderten die Forscher den Ausdruck eines Durchschnittgesichts (Mitte), so dass es mehr (rechts) oder weniger (links) vertrauenswürdig erscheint.

Mit Hilfe eines Computerprogrammes kreierten die Forscher ein Set von 20 Gesichterpaaren jeweils am entgegengesetzten Ende auf einer Vertrauenswürdigkeitsskala. Dabei manipulierten sie nur Merkmale, die für den Menschen unveränderbar sind, wie beispielsweise die Gesichtsform.

Anschließend forderten sie Probanden auf, diesen 40 Gesichtern einen beliebigen Betrag einer vorgegebenen Geldsumme anzuvertrauen. Jede Investition sollte nun verdreifacht werden, wobei der Geldnehmer angeblich entscheidet, wie viel er an den Spender zurückzahlt.

Erwartungsgemäß investierten die Testpersonen mehr Geld in vertrauenswürdig aussehende Gesichter. Als die Probanden zusätzliche Information über vergangenes Verhalten der Person hinter dem Bild erhielten, sank zwar diese Mehrinvestition von 42 auf 6 Prozent. Dennoch profitierten sowohl Konterfeis mit guter als auch mit schlechter Vorgeschichte gleichermaßen von dem Vertrauenswürdigkeitsbonus.

Vertrauen zählt zu den wichtigsten Kriterien bei sozialen und ökonomischen Überlegungen. Dabei, so vermuten die Forscher, nehmen Menschen sogar potenzielle finanzielle Risiken in Kauf, um bei ihrer – vielleicht auch ungerechtfertigten – Einschätzung zu bleiben.

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