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News: Ins Taumeln geraten

Erst kürzlich hatten Forscher ausgerechnet am kältesten Ort des Saturnmond Enceladus Seltsames entdeckt: Geysire, die vom Südpol aus gefrorenes Wasser und Kohlendioxid bis zu 500 Kilometer weit ins All schleudern. Dass dies ausgerechnet am Südpol geschieht, hat nach Ansicht einer Arbeitsgruppe um Francis Nimmo von der University of California in Santa Cruz einen einfachen Grund: Enceladus hat sich wegen einer Unwucht überschlagen.

Anhand ihrer Berechnungen vermuten die Forscher folgendes Szenario: Irgendwann in der Vergangenheit schmolzen im Inneren des Monds – vermutlich in den mittleren Breiten der Südhalbkugel – größere Teile des Eises. Dieser »Plume« stieg infolge seiner höheren Temperatur langsam auf und brachte den Mond aus dem Gleichgewicht. Die Simulationen zeigten, dass die Rotationsachse von Enceladus infolge der veränderten Massenverteilung bis zu dreißig Grad kippen kann. Die Wissenschaftler verglichen Enceladus dabei mit einer Bowlingkugel, die sich nach kurzer Strecke so dreht, dass die Löcher entlang des »Äquators« rotieren.

Die Ursache für die Geysire mit ihren Quellen tief unter der mächtigen Eisdecke, sind vermutlich die Gezeitenkräfte von Saturn und einiger benachbarter Monde. Sie reichen offenbar aus, um das Eis zu Schmelzen (AH 5/2006, S. 8). >> JS

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