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Psychopharmaka: Insgesamt kein höheres Suizidrisiko durch Antidepressiva

Erst seitdem im Jahr 1988 Antidepressiva wie die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) eingeführt wurden, sank in den USA die Suizidrate in gefährdeten Patientengruppen stetig ab. Dies ermittelten US-amerikanische Wissenschaftler nach einer rückschauenden Analyse von Aufzeichnungen, die zwischen 1960 und 2004 über den Zusammenhang von Antidepressiva und Selbsttötungen gesammelt wurden.

SSRIs waren in den letzten Jahren häufiger gegen Depressionen verschrieben worden. Die Wirkstoffe sind jedoch in die Kritik geraten, da insbesondere bei Kindern Hinweise auf ein möglicherweise erhöhtes Selbstmordrisiko festgestellt worden waren.

In der nun veröffentlichten Übersicht warnen die Forscher nun vor einem unüberlegten Verzicht auf die Wirkstoffklasse. Die weitaus häufigste Ursache für Suizide sei eine unbehandelte Depression. Dies gelte besonders für männliche Patienten unter 30 Jahren. Das Risiko bei einem pauschalen Verzicht auf SSRIs sei insgesamt weitaus größer als das ihrer vermuteten Nebenwirkungen, so die Forscher.
03.02.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 03.02.2005

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