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Amphibiensterben: Intensive Landwirtschaft fördert Geschlechtsabnormalitäten bei Kröten

Aga-Kröten in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen weisen mehr Geschlechtsabnormalitäten auf als Artgenossen in verstädterten Gebieten. Dies belegt den fatalen Einfluss von Düngern und Pestiziden auf die Gesundheit von Amphibien und ihre mögliche Rolle für das rapide Sterben von Fröschen und Kröten weltweit.

Krista McCoy vom Smithsonian Tropical Research Institute und ihre Kollegen hatten im Süden Floridas in unterschiedlich stark landwirtschaftlich genutzten und besiedelten Regionen jeweils mindestens 20 Tiere gesammelt. In den ländlichen Bereichen fanden sie weit mehr "zwittrige" Kröten, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane angelegt waren. Außerdem waren ihre Vorderbeine dünner und mit weniger Daumenschwielen ausgestattet, was das Festhalten der Weibchen während der Paarung erschwert.

Insgesamt waren – so weit das Geschlecht eindeutig festzustellen war – die Männchen stärker von Veränderungen betroffen als die Weibchen. So hatten sie in den Anbauflächen von Zuckerrohr oder Gemüsesorten beispielsweise auch ihre typische Färbung verloren und ähnelten stattdessen nun bereits rein äußerlich den Weibchen. Je stärker die landwirtschaftliche Nutzung, desto "verweiblichter" erschienen auch die Kröten.

Ein Drittel aller Amphibienarten weltweit ist inzwischen bedroht. Neben Pestiziden und Düngern aus der Landwirtschaft bedrohen Krankheiten, Lebensraumverlust, erhöhte UV-Einstrahlung und Pilzinfektionen das Überleben der Tiere. Missbildungen wie zusätzliche oder fehlende Gliedmaßen sind schon seit Jahrzehnten bekannt, sie haben aber in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. (af)

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