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Gewässerökologie: Invasive Zebramuscheln nähren überwinternde Vogelschwärme

Die in den 1960er Jahren in den Bodensee eingewanderte und nun dort massenhaft vorkommende exotische Zebramuschel (Dreissena polymorpha) sorgte dafür, dass sich seit ihrem erstmaligen Auftreten die Zahl der überwinternden Enten und Blässhühner vervierfacht hat.

Im Gegenzug dezimieren jetzt nach den Studien von Ornithologen um Stefan Werner von der Universität Konstanz jeden Winter die angelockten hunderttausenden Vögel wiederum massiv die Muscheln: Bis in elf Meter Wassertiefe vertilgen vor, während und nach dem Winter vor allem Reiher- (Aythya fuligul) und Tafelenten (Aythya ferina) sowie Blässhühner (Fulica atra) – die zusammen insgesamt etwa achtzig Prozent der Wintergäste ausmachen – bis zu neunzig Prozent der vorhandenen Kleinmuscheln, ergaben die Messungen und Zählungen der Bestandsdichten. Da jeder Vogel täglich ungefähr 1,4 Kilogramm der Mollusken frisst, werden im Ganzen pro Quadratkilometer und Saison bis zu 750 Tonnen Muscheln aus dem Gewässer entfernt.

Damit kontrollieren die Vögel zumindest bis in mittlere Gewässertiefen die Populationen des Neozoons, das ansonsten flächendeckend den Seegrund bedecken würde. Während der Sommermonate können sich die Bestände der Zebramuschel allerdings wieder bis zu ihrer ursprünglichen Dichte vermehren, da die Enten dann in ihre Brutgebiete gezogen sind. Zebramuscheln gelten als schädliche Einwanderer, da sie einheimische Muscheln verdrängen und wirtschaftliche Schäden anrichten, indem sie etwa die Kühlwasserzuleitungen von Kraftwerken verstopfen.

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