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News: IQ-Test-Angleichung kann zu Ungleichbehandlung führen

Die sukzessive Anhebung des Schwierigkeitsgrades bei Tests zur Ermittlung des Intelligenzquotienten (IQ-Test) könnte zur ungenauen Einstufung von geistig leicht zurückgebliebenen Kindern führen. Der unter dem Begriff Flynn-Effekt bekannte Anstieg des IQ-Wertes im Verlauf des letzten Jahrhunderts hatte Wissenschaftler dazu veranlasst, den Durchschnittswert der erzielten Testergebnisse jeweils nach 15 bis 20 Jahren als IQ 100 zu definieren.

Tomoe Kanaya von der Cornell Universität und seine Kollegen hatten Daten von 9000 amerikanischen Schulpsychologen ausgewertet, die Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren betreuten. Dabei stellten sie fest, dass sich der Intelligenzquotient der Kinder um 5,6 Punkte änderte, je nach dem ob ihr Test nach einer veralteten oder einer neuen Berechnungsskala bewertet wurde. Nach Ansicht der Wissenschaftler beinhaltet dies eine ungleiche Behandlung der Kinder, deren IQ im Grenzbereich zur Einstufung als geistig Behinderte liegt.

Die Anzahl der Kinder, denen eine zusätzliche schulische Unterstützung aufgrund einer leichten Spätentwicklung zustand, verdreifachte sich in den ersten fünf Jahren nach Beginn eines neuen Berechnungszyklus im Vergleich zu den letzten fünf Jahren vor Änderung des Berechnungsmodells.

Die Forscher machen darauf aufmerksam, welch schwerwiegenden Folgen die unterschiedliche Berechnungsgrundlage in rechtlicher, finanzieller und sozialer Hinsicht haben kann. Sie führen an, dass das Jahr, in dem ein in den USA zum Tode verurteilter Mörder mittels eines IQ-Tests auf geistige Behinderung untersucht wurde, entscheidend sein kann, ob das Todesurteil vollstreckt wird oder nicht.

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  • Quellen
American Psychologist 58(10): 778–790 (2003)

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