Die Isel: Der Fluss, der noch frei fließen darf

An warmen Sommernachmittagen trübt Gletschermilch die Isel. Dann reibt der Gletscher Umbalkees, an dem der Fluss hoch in den Alpen seinen Ursprung hat, besonders viel Gesteinsmehl hinein. In Lienz mündet sie in die Drau. Eine Linie schlängelt sich, wo das dunkle Blau der Isel auf das helle, schlammige Wasser des bekannteren Flusses trifft. Hier, im Osttiroler Alpenstädtchen zwischen Lienzer Dolomiten und Hohen Tauern, endet ihre Reise: nach 57 Kilometern, einer Spritztour von 2400 Metern Höhe hinab auf 670 Meter.
Noch etwas unterscheidet die Isel von der Drau: Sie ist ein frei fließender Fluss (free-flowing river, FFR). Auf der ganzen Strecke beeinträchtigt sie kaum ein künstliches Hindernis. Sie tauscht noch Sediment, Fische und andere Lebewesen mit ihrer Aue aus, ihrem Überschwemmungsgebiet. Und noch wichtiger: Ihr wird kein Wasser abgezwackt. Sie gilt als der letzte große, frei fließende Gletscherfluss der Alpen. »Bis Lienz zählt das Flussnetz der Isel in seiner Größenklasse zu den ganz besonderen Flussperlen der Alpen«, sagt Gabriel Singer. Er forscht an der Universität Innsbruck zur Ökologie von Fließgewässernetzwerken.
Flüsse wie die Isel gibt es immer weniger. Weltweit fließt nur noch ein Viertel der Flüsse ohne Unterbrechung ins Meer. Das ermittelte eine Studie, die 2019 in der Zeitschrift »Nature« erschien. Die längsten von ihnen, in der Größenklasse über 1000 Kilometer, findet man überwiegend in abgelegenen Gebieten wie der Arktis, dem Amazonas- und dem Kongobecken. In dicht besiedelten Regionen wie Mitteleuropa sind Fließgewässer dagegen kaum noch unbeeinflusst: Alpenweit gelten mit 6500 Flusskilometern nur elf Prozent als ökologisch intakt. Einzig der Oberlauf des Lechs, die slowenische Soča und der italienische Tagliamento zeigen Wildflusscharakter.
Doch die Isel rauscht noch mit voller Wucht. An ihrer Mündung in die Drau beginnt der Iseltrail. Ein Wanderweg, der dem Fluss in fünf Etappen hinauf zu seinem Ursprung folgt. Nach knapp 74 Kilometern endet er vor dem Eis des Umbalkees. Schon auf den ersten Metern durch Lienz begrenzen Mauern und Steinschüttungen das Iselbett, schäumend rutscht das Wasser über eine Sohlrampe. Ist das nicht ein Widerspruch zu frei fließend?
Die letzten ungezähmten Flüsse
Über den Wipfeln schieben sich Wolkenberge ineinander. Es donnert, es beginnt zu tröpfeln. Dann prasselt es nieder. Zum Glück kommt mir meine Verabredung entgegen, spannt einen Regenschirm auf. Eine schmächtige, aber äußerst zähe Person von Mitte 80. Ihr Name ist Programm: Wolfgang Retter. Sein Widerstand rettete die Isel.
»Ein paar wasserbauliche Eingriffe gibt es schon«, sagt Retter. Zum Hochwasserschutz und um den Abtransport des Geschiebes, der unendlich vielen Steine, die Gletscherbäche mitreißen, gleichmäßiger zu gestalten. »Aber wichtig ist: Die Abflussverhältnisse sind ungestört«, sagt er. »Das österreichische Umweltbundesamt hat frei fließend definiert als weder durch Stau noch durch Ableitung beeinträchtigt. Also das Gewässerregime, die Art, wie der Fluss abfließt, ist natürlich.«
Bei kurzen Flüssen (10 bis 100 Kilometer Länge) wie der Isel ist das laut der »Nature«-Studie noch der Normalfall. Demnach gelten 97 Prozent dieser Gewässer als frei fließend. Doch die Autorinnen und Autoren gehen davon aus, dass zahlreiche kurze Flüsse fälschlicherweise als frei fließend eingestuft sind. Genaue Daten über kleine Dämme, Barrieren und Ausleitungen fehlen. Im hoch entwickelten Mitteleuropa behindern geschätzt eine Million Barrieren wie Dämme und Düker, Rampen, Wehre und Schleusen den Durchfluss. Statt gegen Felsen kämpfen die meisten Flüsse bei uns gegen Turbinen und Beton.
Solche Bauwerke stören die natürliche Abflussdynamik: jene Schwankungen der Wassermenge, die natürliche Flüsse kennzeichnen und sie so zu einem reichen Lebensraum machen. Als Gletscherfluss – etwa fünf Prozent des Einzugsgebiets sind überfroren – schwankt die Isel extrem. Viel stärker als ein Bergbach. Drei Viertel der gesamten Jahresmenge fließen im Sommer ab. Im Winter sind es höchstens zehn Prozent.
Wie ein echter Fluss fließt
Aber auch im täglichen Rhythmus ändert sich der Wasserstand: »Früh führt die Isel wenig Wasser, steigt dann allmählich an. Um 14 Uhr schmilzt das Eis am stärksten«, erklärt Retter. »Nach drei, vier Stunden, also am Spätnachmittag eines schönen, warmen Sommertags, sind die Umbalkatarakte bei der Pebeller Alm am interessantesten. Im Gegenlicht wirbelt Wasserstaub darüber. Bis der Scheitel Lienz erreicht, ist es etwa Mitternacht. Geht in den Bergen ein heftiges Gewitter nieder, zeigen sich deutliche Zacken in den Wasserstandskurven.«
Diese natürlichen Schwankungen und das große Gefälle bewegen viel Material im Flussbett: Hochwasser wälzen reichlich Kies und Sand heran, Ufer brechen ab, Ablagerungen formen neue Kiesbänke. Retter erinnert sich, wie beklemmend es war, als 1965 und 1966 zwei Jahrhunderthochwasser hintereinander das Iseltal verwüsteten. »Zum Glück hatten wir damals schon einen Wasserbauer, der wusste, dass man das Material, das die Isel bringt, nirgendwo komplett zurückweisen kann, dass sie es immer wiederbringen würde«, sagt er. »Daher gab es nur eine Lösung: Wir müssen der Isel dort, wo nicht unmittelbar Siedlungen bedroht sind, ausreichend Platz lassen.«
An seiner Lieblingsstelle, einem Schwemmgebiet im unteren Iseltal, betritt Retter das Flussbett. Er sagt: »Hier spürt man noch diese Weite, wie es sie früher überall an unseren Flüssen gab.« Die Regenwolken fetzen auseinander, geben den Blick frei auf Berghänge, die sich ineinanderschieben. Ganz hinten erahnt man das Hochgebirge. Die ersten Berge der Virger Nordkette türmen sich auf 3000 Meter. Sie zwingen die Isel, sich in ihrem mittleren Lauf durch das Virgental zu strecken. Aber hier unten kann sie schwingen, sogar mehrere Rinnen verflechten.
Nach und nach wurden zwischen Matrei und Lienz an sogenannten Ausschotterungsbecken die Sicherungsdämme weit auseinandergezogen. Dazwischen bekommt die Isel 100 bis 200 Meter Platz. Dort kann sie arbeiten wie eh und je: Sie verlagert, trägt ab, schüttet auf. Sie teilt sich, vereinigt ihre Stränge hinter Inseln und Schotterbänken wieder. Damit schafft sie Lebensraum für Spezialisten.
Ein einzigartiger Lebensraum
Knirschenden Schrittes quert Retter eine Kiesbank. Nahe des auf- und abwippenden Hauptstrangs der Isel bleibt er stehen. Faust- bis fußgroße Kiesel bedecken den Sand. Dazwischen dringen mehrere Äste mit länglichen, graugrünen Blättchen rutenartig aus dem Boden. Er umfasst eine und sagt: »Das ist die Tamariske. Eine Kämpferin.«
Weil die Deutsche Tamariske (Myricaria germanica) ihre Wurzeln tief in den Grund schiebt, hält sie selbst dann stand, wenn Wasser und Schotter sie mal überrollen. Die biegsame Pflanze legt ihr Stämmchen nieder. Auch wenn Teile abreißen und der Rest einsandet, treibt sie neu aus. Empfindlichere Konkurrenten wie Weiden und Erlen verschwinden.
Anfangs wächst die Tamariske schneller und fruchtet früher, da hat sie einen klaren Vorsprung. Doch sobald die Auenbäume Fuß fassen, überwachsen und beschatten sie die lichtbedürftigen Tamarisken. Die Samen dieser Pionierpflanze müssen dann eine Stelle finden, wo sie wieder die Ersten sind: eine neue Schotter- oder Sandbank.
»Ich habe ein altes Botanikbuch, da steht zur Tamariske: kommt häufig in unseren Flüssen und Bächen vor«, sagt Retter. »Das ist lange her. Heute ist sie eine der seltensten Pflanzen, weil es den Lebensraum nicht mehr gibt. Sie zeigt, dass der Fluss ökologisch noch funktioniert. In unseren Aufweitungen kommt sie häufig vor, auch in dieser neuen war sie gleich wieder da.« Experten bestätigen: An der Isel sowie ihren Zubringern befindet sich das vitalste und genetisch vielfältigste Tamariskenvorkommen des gesamten Alpenraums. Der Grund, warum ein Schutzgebiet seit 2017 die Isel und Teile ihrer Zubringerflüsse schützt.
»Meist blüht sie schon im dritten Jahr«, sagt Retter, der einen der länglichen Blütenstände in seine Hände legt, »oben sitzen noch Knospen, unten reifen schon die ersten Samen.« So streckt die Tamariske ihre Blütezeit, streut länger die feinen, flauschig-fedrigen Samen mit den Flughärchen aus. Denn die Bedingungen zum Keimen sind meist nur für einen Moment günstig, die Samen nur wenige Tage keimfähig. Schnell müssen sie am passenden Platz landen – der darf einerseits nicht permanent trocken sein, andererseits sollte das Wasser die Samen nicht wegschwemmen. In der Zone zwischen täglichem und extremem Hochwasser liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer am höchsten. Retter betont: »Durch diese tägliche Schwankung der Isel steigt die Chance, dass ein Tamariskensamen keimt. Der Fluss muss also seine Dynamik behalten und umlagern können. Um das geht’s. Wenn er nicht mehr umlagert, ist es aus mit den Tamarisken.«
Leben zwischen Kies und Sand
Dabei geht es nicht nur um den Strauch selbst. Er zeigt an: Wo ich existiere, leben weitere Flussspezialisten. Wie das lichtliebende Rosmarinblättrige Weidenröschen (Epilobium dodonaei), dessen Nektar und Pollen wiederum verschiedene Wildbienenarten und Schmetterlinge nährt. Die Raupen des EU-weit geschützten Nachtkerzenschwärmers (Proserpinus proserpina) futtern ihre Blätter. Wo Kies und Sand sich mischen, bieten die Tamarisken Türks Dornschrecke (Tetrix tuerki), die vom Aussterben bedroht ist, den schütteren Bewuchs, den sie neben voller Sonne unbedingt braucht.
Im Frühjahr nutzt die stark gefährdete Gelbbauchunke (Bombina variegata) den niedrigen Wasserstand für ihre Kinderstube. Die gesprenkelten Eier des Flussuferläufers (Actitis hypoleucos) fallen zwischen den Tamarisken auf den Kiesbänken kaum auf. So gut getarnt, kann es sich der ebenfalls stark gefährdete Watvogel leisten, sein Nest einfach am Boden zu bauen. Etwa ein Drittel aller Tiroler Exemplare lebt an der Isel. Ebenso Gebirgsstelzen (Motacilla cinerea) und Wasseramseln (Cinclus cinclus). Der gefährdete Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) trippelt bei seinem Zug über die Schotterinseln.
Äschen (Thymallus thymallus) laichen hier zwei Monate später als anderswo. »Diese Schotterbänke sind für sie auch günstig, aber ruhiger haben sie es in den Seitenbächen«, sagt Retter. Viele Leute kämen von weit her, um das Schauspiel zu beobachten: Auf 200 Metern in einem zwei Meter breiten, halbmetertiefen Bach drängen sich dann ein paar Hundert. »Die Männchen imponieren den Ladys mit ihrer großen, bunten Rückenflosse. Wenn eine paarungsbereit ist, umfasst er sie damit«, sagt Retter mit einem Leuchten in den Augen. Der Laich braucht ein lockeres Kiesbett, damit die Laichkörner dort ruhen können. »Kraftwerke, die zu Schwall und Sunk führen, bereiten den Jungfischen Probleme«, sagt er. Ob ich sie gesehen hätte, die gelben Warnschilder an der Drau?
Speicherkraftwerke wie das Kraftwerk Amlach an der Drau öffnen mehrmals täglich ihre Schleusen. Dann, wenn Bedarf und Strompreis am höchsten sind. Binnen Sekunden schießt ein gewaltiger Schwall in die Flüsse. Jungfische flüchten vor der Strömung in seichte Uferbereiche. Dort stranden sie in der Schlickwüste, die bleibt, wenn der Pegel so abrupt wieder fällt, wie er zuvor stieg. Eine Studie hat gezeigt: Durch diesen Schwall und Sunk sterben auf 20 Kilometern Drau jährlich rund eine Million juvenile Äschen und Larven. Nahrung, die größeren Fischen, Eisvögeln und Wasseramseln fehlt.
Das Problem mit den Kraftwerken
Solch ein Szenario bedrohte auch die Isel ein halbes Jahrhundert. Kaum hatten die drei Bundesländer Tirol, Salzburg und Kärnten beschlossen, in den Hohen Tauern Österreichs ersten Nationalpark auszurufen, legte Tirol 1973 kontraproduktive Pläne auf den Tisch: das Kraftwerksprojekt Dorfertal-Matrei. Eine 220 Meter hohe Sperre sollte im Kalser Dorfertal den gewaltigsten Speicher der Ostalpen anstauen. Größer als alle vier Zillertaler Speicher zusammen.
»Das war gigantisch angelegt, so etwas hätte man zuvor nicht machen können«, sagt Retter, »da kamen neue, riesige Bohrmaschinen aus den Staaten. Die wollte man auch nutzen. Sie sollten Tunnel, Löcher, Stollen durch die Berge treiben.« Über 20 Bäche wären aus den Tälern von Glockner-, Granatspitz-, Venediger- und Schobergruppe verschwunden. Ihr Wasser sollte in 1900 Metern Höhe erfasst und unterirdisch abgeleitet werden, bis in den Riesen-Stausee im Kalser Dorfertal. »Da wäre der Nationalpark sinnlos geworden«, sagt Retter. »Ein Hochgebirgsnationalpark mit leeren Gerinnen, ohne seine Gletscherbäche?«
Retter kommt aus Nordtirol, er zog von jenseits der Hohen Tauern nach Osttirol. Vielleicht war sein Blick deshalb kritischer als der von Alteingesessenen, vielleicht sah er klarer, welcher Schatz auf dem Spiel stand. Er kämpfte. Schloss sich mit anderen zu einem Landschaftsschutzverein zusammen. Damit sich Druck und Drohungen seitens der Elektrizitätswirtschaft besser aushalten ließen. »Beide wollten sich den Kuchen teilen. Der Bund, also die Republik Österreich, und das Bundesland Tirol hatten gleichermaßen ein Interesse«, sagt Retter. Das habe es noch schwieriger gemacht. Geschäftsleute bekannten sich nicht öffentlich, fürchteten sie doch, nie wieder einen Auftrag zu bekommen. Sie spendeten heimlich.
Der Verein sammelt Unterschriften, verteilt Flugblätter, diskutiert öffentlich. Er erzwingt Gutachten, sucht sich überregional Verbündete, spricht mit Politikern. 16 Jahre später bläst Österreichs Wirtschaftsminister das Projekt ab. »Unser Hauptgewinn in dieser langen Auseinandersetzung war die Zeit«, resümiert Retter, »denn der Spitzenstrompreis – und es wäre ein reines Kraftwerk für momentane Bedarfsspitzen gewesen – fiel auf fast ein Drittel. Wegen neuer Gasturbinen.«
Zurück zu natürlichen Flüssen
»Ja, und was hätte das Ganze für die Isel bedeutet?« lenkt Retter den Blick zurück auf das, was im Hintergrund so kräftig rauscht, dass es manches Wort übertönt. »Man hätte der Isel im Sommer nur einen Bruchteil ihres Wassers gelassen. Ihre Zuflüsse wären in den Speicher geleitet worden, im Winter hätte man das abgearbeitet. Das hätte ihre Abflusscharakteristik komplett verändert. Aus ökologischer Sicht wäre die Isel jetzt kaputt.« Abgesehen von Schwall und Sunk hätte sie Dynamik eingebüßt. Würde weniger Geschiebe führen, nicht mehr umlagern, am Grund verschlammen. Dadurch verlieren Fische Laichplätze, die Gemeinschaft wirbelloser Tiere und Larven im Gewässerboden verarmt zugunsten anspruchsloser Allerweltsarten.
Ganz gebannt ist die Gefahr noch nicht: Zwar lehnte das Land Tirol ein Kraftwerksprojekt am Kalserbach im Mai 2024 ab. Doch die Gemeinde Kals legte Beschwerde ein, nun wird neu verhandelt. Singer betont, dass Flüsse nur ökologisch intakt sein können, wenn ihr gesamtes Netz überwiegend intakt ist: »Ein einzelner Bachabschnitt ist selbst im besten Zustand wenig wert, wenn Staudämme ihn oben und unten begrenzen.« Tiere können dann nicht wandern, der Stofftransport verändert sich. Das Kraftwerk würde die Deutsche Tamariske am Kalserbach gefährden. Sie steht mit der Population an der Isel im genetischen Austausch.
Flüsse sind besonders artenreich, wenn ihre Zubringer räumlich voneinander getrennt und sehr unterschiedlich sind. Also: Einer entspringt einem Gletscher, der nächste einer Quelle ohne Gletscher im Einzugsgebiet, einer als steiler Bergbach über Geröll, ein anderer fließt langsam durch den Wald. »Das nennt man Metagemeinschaft oder Metaökosystem«, sagt Singer. »Ein solches liegt bei der Isel vor – in gutem Zustand und außergewöhnlicher Größe.«
Bis 2030 beabsichtigt die EU in Europa mindestens 25 000 Kilometer freie Fließstrecken wiederherzustellen. »Ökologisch intakte, freie Fließstrecken werden in der Klimakrise immer wichtiger. Als Refugien der Artenvielfalt, als Kohlendioxidsenken, als verlässliche Frischluft-Lieferanten für dichter besiedelte Gebiete und als Erholungsräume für die Bevölkerung«, sagt Bettina Urbanek vom WWF Österreich. Gabriel Singer hält das Ziel einerseits für realistisch, andererseits käme es darauf an, wie man »free-flowing« am Ende definiere.
Die Isel zeigt, wie integrales Flussmanagement gelingt, das doppelt schützt: vor Hochwasser – und die Natur mit ihrer Artenvielfalt, an Land wie im Wasser. Sie gilt als Referenz dafür, wie ein intakter Fluss aussieht. Und klingt: wie ein aufgewühltes Meer, nur stetiger. Doch mit eigenem Puls. Forsches Drängen, leichtes Zurückweichen. Im schnellen Takt.
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