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Vulkanismus: Isländischer Vulkan Bárðarbunga dreht auf

Die Aktivität am isländischen Bárðarbunga-Vulkan nahm am Donnerstag zu. Die Lava schmilzt zudem mehr Gletschereis: Die Gefahr von Überflutungen steigt.
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Bislang haben die Ausbrüche des isländischen Vulkans Bárðarbunga (auch Bardarbunga) ein geologisches Spektakel, aber kaum Unannehmlichkeiten für die Menschen der Region verursacht. So stieß der riesige, aber weit gehend unter Gletschereis verborgene Vulkan letzten Sonntag Lavafontänen aus, die 50 Meter und höher reichten. Seit Beginn der Eruptionen im August hat die Zahl der damit zusammenhängenden Erdbeben, die magmatische Aktivität anzeigen, zwischenzeitlich von 800 pro Tag auf 160 am Dienstag abgenommen, seitdem steigt sie jedoch wieder an. Zudem stößt der Vulkan laut dem Vulkanologen Ármann Höskuldsson von der Universität von Island in Reykjavík wieder intensiver Lava aus – dies sei auf ein Beben der Stärke 5,5, zurückzuführen, das sich am Mittwoch im Umfeld des Vulkans ereignete. Ein Teil der Vulkanspalte, aus der konstant Lava austritt, habe sich dabei geschlossen, so dass der Druck auf den Rest der Öffnung steigt, so der Forscher.

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Nachtaufnahme des Vulkans | Bislang konnten Satelliten kaum die Aktivität am Bárðarbunga erfassen: zu wenige Sonden erfassen diese weit im Norden gelegenen Regionen, zu dicht verbargen Wolken den Blick auf den Vulkan. Nun gelangen dem Earth-Observing-1-Satelliten der NASA Infrarotaufnahmen des Geschehens. Aus ihnen lässt sich ermitteln, wie weit sich die Lava nun an der Erdoberfläche ausgedehnt hat.

Infrarotaufnahmen der NASA zeigen zudem, wie weit sich der Lavastrom schon von dem klaffenden Riss in der Erdkruste ausgedehnt hat. Gegenwärtig bedeckt er eine Fläche von mehr als sieben Quadratkilometern, und er nähert sich einerseits einem Fluss und weitet sich auf der anderen Seite unter den Eisschild aus. Deshalb wurden Forscher und Journalisten aufgefordert, die Region nördlich der Spalte zu verlassen: Es drohten Überflutungen durch so genannte Gletscherläufe – plötzliche Schmelzwasserausbrüche, die zu reißenden Strömen anschwellen können: Der in der Nähe liegende Grímsvötn-See unter dem Eis ist bereits um mehrere Meter angestiegen und wird vom Schmelzwasser gespeist. Läuft er über, könnte es wie 1996 zu einem starken Gletscherlauf kommen. Damals zerstörten die Fluten einen Großteil der Infrastruktur im Südosten Islands und verursachten Schäden in Höhe von 25 Millionen Euro allein bei Straßen. Nach aktueller Prognose würde sich der Grímsvötn-See allerdings nach Norden in eher menschenleeres Gebiet entleeren.

GPS-Messungen zeigen zudem an, dass mehr Magma in die Schichten unter dem Eis eindringt, als oben wieder über die klaffende Spalte austritt. Diese Blase aus heißer Gesteinsschmelze erreicht derzeit eine Länge von etwa 40 Kilometer und besteht womöglich aus 350 Millionen Kubikmetern Magma – Tendenz steigend. Baut sich weiterer Druck auf, könnte sich die Intrusion einen neuen Weg nach außen bahnen und direkt unter dem Eis ausbrechen. Dann bestünde die Möglichkeit heftiger Dampfexplosionen, in deren Verlauf feine Ascheteilchen hoch in die Atmosphäre geschleudert würden – was womöglich Auswirkungen auf die Luftfahrt hätte. Bislang gilt nur für den unmittelbaren Bereich um den Vulkan ein Flugverbot.

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Ausbruch des Bárðarbunga | 50, im Einzelfall sogar bis zu 200 Meter hohe Lavafontänen spuckt zur Zeit der Vulkan Bárðarbunga auf Island aus einer Spalte aus.

Im Abstand von mehreren tausend Jahren kommt es am Bárðarbunga immer wieder zu extrem heftigen Eruptionen: Ein Ausbruch vor etwa 8000 Jahren gilt als einer der stärksten weltweit seit Ende der letzten Eiszeit. Damals wurde so viel Lava freigesetzt, dass sie letztlich knapp 1000 Quadratkilometer bedeckte. Davon ist der Vulkan zumindest gegenwärtig aber noch weit entfernt.

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