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News: Island kündigt Walfänge an

Islands Fischereiministerium beabsichtigt, den Walfang im August wieder aufzunehmen. Trotz starker Proteste der Internationalen Walfangkommission (IWC), der Tierschutzverbände und des isländischen Tourismusverbandes, sollen noch in diesem Jahr 38 Zwergwale gefangen werden.

Nach Angaben des Walfangbeauftragten des Landes, Stefan Asmundsson, leben zur Zeit etwa 43 000 Zwergwale in isländischen Gewässern. Eine Dezimierung um 0,1 Prozent stelle keine Bedrohung für die Population dar. Die Fänge seien nötig, um den Einfluss der Wale auf das marine Ökosystem und auf die Fischbestände, der wichtigsten Nahrungsquelle Islands, zu erforschen.

Die ursprünglich geplante Fangrate von insgesamt 250 Zwerg-, Sei- und Finnwalen innerhalb zweier Jahre sei bereits reduziert worden, was für die Kompromissbereitschaft Islands spreche, so Asmundsson weiter.

Tierschutzverbände sehen jedoch in dem geplanten Verkauf der Walprodukte nach den wissenschaftlichen Untersuchugen eine kommerzielle Nutzung unter dem Aushängeschild der Forschung. Der Tourismusverband Islands befürchtet starke Einbußen und eine Minderung des Ansehens Islands, zu dessen größter Touristenattraktion inzwischen das "Whale-Watching" geworden ist.

Island hatte seit 13 Jahren keine Wale mehr gejagt. Das 1986 vom IWC verabschiedete Moratorium, mit dem Ziel den kommerziellen Walfang grundsätzlich einzustellen, wird von Island, Norwegen und Japan in seiner jetzigen Form nicht akzeptiert.

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