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Raumsonde New Horizons: Ist das Umfeld von Pluto gefährlich?

Noch rund zweieinhalb Jahre trennen uns vor dem dichten Vorbeiflug der US-Raumsonde New Horizons an Pluto und seinen Monden, der von den Planetenforschern mit Spannung erwartet wird. Nun mehren sich die Hinweise darauf, dass die unmittelbare Umgebung des Himmelskörpers voller Gefahren für die Raumsonde sein könnte. Möglicherweise befinden sich dort große Mengen an Trümmerstücken oder gar Ringe aus Staub, von denen New Horizons beim Vorbeiflug durch das System beschädigt oder gar zerstört werden könnte.
Die Bahnen der fünf bekannten Plutomonde

Diese Bedenken äußerte Alan Stern, der Chefwissenschaftler der Mission New Horizons, auf einer internationalen Tagung der Planetenforscher in Reno, Nevada, die Mitte Oktober 2012 von der American Astronomical Society veranstaltet wurde. Das Forscherteam, welches die Geschicke der Sonde leitet und ihre Beobachtungen plant, erhielt durch die Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble und erdgebundenen Großteleskopen Hinweise darauf, dass die Region um Pluto für die Sonde nicht ungefährlich sein könnte.

Derzeit sind fünf Monde im Umlauf um Pluto bekannt. Diese Himmelskörper und weitere kleinere, noch nicht gesichtete Objekte, könnten die Quellen von Staubringen und einer großen Anzahl von Trümmerstücken sein. Die Forscher vermuten, dass kleine Objekte aus dem Kuipergürtel auf den Monden aufschlagen und bei diesen Kollisionen Schutt freisetzen, der den Raum zwischen den Monden bevölkern. Dieser könnte wiederum auf den Monden aufschlagen und dabei noch weitere Trümmer und reichlich Staub produzieren.

Da sich die Sonde beim Vorbeiflug an Pluto mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Sekunde relativ zum Zwergplaneten bewegt, kann schon eine Kollision mit einem ein Millimeter großen Partikel die Sonde schwer beschädigen. Ein Zusammenstoß mit einem Objekt von Kieselsteingröße würde sie vermutlich völlig zerstören. Somit planen die Wissenschaftler von New Horizons alternative Szenarien, um die Gefahrenzonen bei Pluto zu vermeiden.

Derzeit nutzen die Forscher jede Möglichkeit, um im Vorfeld des Vorbeiflugs mehr über die Bedingungen bei Pluto zu erfahren. Unter anderem verwenden sie Computersimulationen des Trümmerumfelds, richten Großteleskope wie die Zehn-Meter-Instrumente des Keck-Observatoriums auf Hawaii auf den Zwergplaneten aus oder beobachten Passagen von Sternen durch das Pluto-System, deren Licht abgeschwächt würde, um direkte Hinweise auf Trümmer und Staubringe zu finden.

Zeitgleich entwickeln die Missionsplaner neue Flugbahnen für die Passage. Sie würden die Sonde gegebenenfalls in größerem Abstand an Pluto vorbeiführen als derzeit geplant. Bislang soll New Horizons den Zwergplaneten Pluto am 14. Juli 2015 in einem Abstand von 10 000 Kilometern innerhalb der Umlaufbahn des innersten Mondes Charon passieren. Kurze Zeit später würde sich die Sonde jenem Trabanten bis auf 27 000 Kilometer nähern. Noch zehn Tage vor dem Vorbeiflug ließe sich die Flugbahn durch Zündung der Bordtriebwerke von New Horizons so verändern, dass sie an ihrem Zielobjekt in wesentlich größerer Entfernung vorbeiflöge.

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  • Quellen
New Horizons, 17. Juli 2012

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