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Rauchen: Ist die E-Zigarette eine Einstiegsdroge?

Bei Jugendlichen sind E-Zigaretten voll im Trend. Ist das Rauchen damit Geschichte? Oder wird es vielleicht sogar begünstigt?
E-ZigaretteLaden...

Immer mehr Menschen greifen heutzutage zu E-Zigaretten, obwohl derzeit unklar ist, welche gesundheitlichen Folgen dies hat. Manche Forscher befürchten, dass das so genannte "Dampfen" (E-Zigaretten verwenden) zur Einstiegsdroge für den Konsum von Zigaretten wird. Dies ist noch schwer zu belegen, Forscher der University of Southern Carolina unternehmen nun aber einen neuen Versuch. Für ihre aktuelle Studie befragten die Wissenschaftler Schüler in Los Angeles zu ihrem Tabak- und E-Zigaretten-Konsum und kommen zu dem Schluss: Jugendliche E-Zigarettendampfer fangen tatsächlich häufiger nach einiger Zeit auch zu rauchen an.

Die Wissenschaftler hatten 2530 Schüler, die angaben, noch nie Tabak geraucht zu haben, für die Auswertung genauer befragt. Unter ihnen waren zehn Prozent Dampfer. Alle Schüler meldeten schließlich nach sechs und nach zwölf Monaten, ob sie in der Zeit seit der ersten Befragung Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren oder Wasserpfeifen benutzt haben.

Die Auswertung ergab, dass die Fraktion der dampfende Schüler im Verlauf des Beobachtungszeitraums wirklich häufiger mit dem konventionellen Rauchen anfingen. Wie genau das Dampfen den späteren Zigarettenkonsum fördern könnte, bleibt dabei unklar, so die Forscher. Sie schließen aber aus, dass Faktoren wie der soziodemografische Status oder individuelle Persönlichkeitsmerkmale einen Einfluss haben. Angesichts ihrer Daten mahnen die Wissenschaftler den Schutz von Kindern und Jugendlichen an, die von der Werbung gezielt angesprochen und zum Kauf animiert werden.

In Deutschland ist der Konsum der E-Zigaretten bisher nicht gesetzlich geregelt. Ob E-Zigaretten im Bundesnichtraucherschutzgesetz behandelt werden, ist unklar. Auch für den Verkauf gibt es bisher noch keine rechtliche Bestimmung. Die Bundesregierung kündigte im April zwar ein Verbot für die Abgabe an Minderjährige an, doch kaufen können Jugendliche die elektronischen Zigaretten nach wie vor. Erhältlich ist die E-Zigarette in Deutschland seit 2006.

Im Wesentlichen werden zum Boom der E-Zigarette zwei Standpunkte diskutiert. Die eine Seite zeichnet die elektronische Variante der Zigarette als immerhin etwas gesünderes – und auch wirtschaftlich lukratives – Ersatzprodukt für das Rauchen an. Die andere Seite dagegen sieht E-Zigaretten als Einstiegsdroge, die aber auch wie herkömmliche Zigaretten gesundheitsschädlich ist. Tatsächlich wurde der langfristige Konsum von elektrischen Zigaretten noch nicht ausreichend untersucht, so dass bisher keine gesicherten Aussagen zur möglichen Gesundheitsgefährdung getroffen werden können.

33/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 33/2015

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