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Walfang: IWC-Tagung: Erster Sieg für Japan nach 20 Jahren

Erstmals seit mehr als zwanzig Jahren haben die Befürworter des Walfangs einen Abstimmungssieg während einer Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) errungen: Mit 33 zu 32 Stimmen verabschiedeten die Delegierten eine nicht bindende Deklaration, die eine Abkehr der IWC vom Walschutz zum kommerziellen Walfang einleiten soll.

Das Papier bezeichnet Walfang zudem als eine Möglichkeit der Armutsbekämpfung und führt Wale als Mitverursacher der Überfischung, da sie große Mengen Fisch fräßen – Ansichten, die von anwesenden Wissenschaftlern und Naturschützern scharf kritisiert wurden. Walfganggegner wie Australien, Brasilien und Neuseeland wollen den Beschluss allerdings anfechten, der vor allem von Japan als führender Walfangnation angestrebt wurde. Zuvor mussten Japan und seine Verbündeten allerdings zwei Niederlagen hinnehmen: So stimmte die Tagung mehrheitlich gegen die Abschaffung des Schutzes von Kleinwalen sowie gegen geheime Abstimmungen. Die meisten Beschlüsse müssen bei der IWC allerdings mit einer Dreiviertel-Mehrheit verabschiedet werden, damit sie gültig sind.

Am Rande der Tagung wurde außerdem bekannt, dass Grönland zukünftig auch einzelne Grönland- und Buckelwale bejagen lassen möchte. Die dort lebenden Inuit haben eine Ausnahmegenehmigung der IWC, die es ihnen erlaubt, jährlich zehn Finn- und 187 Minkwale zum Eigenverbrauch zu erlegen. Walschützer reagierten auf diese Anfrage allerdings ablehnend, da Grönland- und Buckelwale immer noch als in ihrem Bestand gefährdet eingestuft werden. Japan, das jährlich etwa 1000 Minkwale offiziell zu Forschungszwecken fängt, möchte dies aus dem gleichen Grund ebenfalls auf einige Buckelwale ausweiten.

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