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Verhalten: Bei Hochwasser ziehen Jaguare in die Baumkronen um

Jaguare sind hervorragende Schwimmer. Dennoch bevorzugen sie in Teilen Amazoniens ein Leben im Trockenen. Und bleiben dann monatelang dem Boden fern.
Jaguar auf einem BaumLaden...

Südamerikas größte Raubkatze ist anpassungsfähig und kommt mit den Bedingungen in Wüsten genauso zurecht wie mit Sümpfen und Regenwäldern. Und sie ist eigentlich überhaupt nicht wasserscheu. Dennoch bevorzugt sie trockene Füße, wenn das Wasser in Teilen ihres Lebensraums stark steigt. Das zeigt eine Studie von Emiliano Ramalho vom Mamirauá Sustainable Development Institute und seinem Team, die in »Ecology« veröffentlicht wurde.

Das mehr als 11 000 Quadratkilometer große Regenwaldreservat Mamirauá liegt zwischen dem Amazonas und dem Fluss Japurá. Große Teile davon stehen jedes Jahr während der Regenzeit mehrere Monate unter Wasser, weil die Flüsse über die Ufer treten und den Überschwemmungswald fluten. In dieser Zeit treten die Jaguare aber den Rückzug nicht in höher gelegenes Gelände an, sondern in die Baumkronen des Gebiets, wo sie die gesamte Zeit verbringen. Lokale Bewohner hatten den Forschern von diesem Verhalten erzählt, die es mit Fotofallen und GPS-Halsbändern an den Tieren überprüften.

Tatsächlich bleiben die Raubkatzen vor Ort und verlagern ihren Lebensraum in die Höhe, wo sie Affen oder Faultiere jagen. In der Trockenzeit stellen sie dagegen vor allem Kaimanen nach, die sich dann neben den Flüssen auf kleinere Gewässer konzentrieren. Verglichen mit Artgenossen aus dem Pantanal, die mehr als 100 Kilogramm schwer werden können, bleiben die Jaguare in Mamirauá deutlich kleiner und leichter: Sie wiegen nur rund 50 Kilogramm und brauchen damit auch weniger Nahrung.

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