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Kleinplaneten: Japanische Asteroidensonde Hayabusa-2 soll 2014 starten

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Einen weiteren kleinen Asteroiden aus der Nähe erkunden möchte die japanische Raumfahrtbehörde JAXA im Jahr 2018. Im Jahr 2014 soll sich die Raumsonde Hayabusa-2 auf den Weg zum Kleinplaneten 1999 JU3 machen und bei ihm Mitte 2018 ankommen. Dort soll sie in eine Umlaufbahn um den nur etwa einen Kilometer großen Himmelskörper eintreten und ihn im Detail erkunden. Gegen Ende ihrer Untersuchungen wird sich die Sonde bis auf etwa anderthalb Meter an den Asteroiden heranpirschen, um mit einem Probenentnahmesystem einige wenige Gramm des Gesteinsmaterials zu gewinnen. Es wird in einer speziellen Rückkehrkapsel verstaut. Danach macht sich die Sonde auf den Rückweg zur Erde. Dort wird sie Ende 2020 ankommen und ihre Rückkehrkapsel über dem australischen Kontinent niedergehen lassen.

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Die japanische Asteroidensonde Hayabusa-2 | Mit ihrem rund einen Meter langen hornartigen Probensammler berührte die japanische Raumsonde Hayabusa-2 am 21. Februar 2019 für wenige Sekunden die Oberfläche des Asteroiden Ryugu. Dabei feuerte sie durch das Horn eine Kugel aus Tantal ab, um Material des Asteroiden herauszusprengen und aufzufangen.
Hayabusa-2 ist annähernd baugleich zur Vorgängersonde Hayabusa-1, die 2005 den Asteroiden Itokawa aus der Nähe studierte. Leider war die Mission von zahlreichen schweren technischen Pannen geplagt, die unter anderem die Probenentnahme behinderten. Durch eine zufällige ungeplante Landung der Sonde auf Itokawa waren jedoch einige dutzend Milligramm Asteroidenmaterial aufgewirbelt worden. Sie gerieten in den zu dieser Zeit offenen Probenbehälter in der Rückkehrkapsel, wie sich aber erst nach der Rückkehr der Kapsel im Jahr 2010 herausstellte. Trotz der geringen Probenmenge gelang dennoch die chemisch-mineralogische Charakterisierung des Asteroiden Itokawa. Hayabusa-2 soll auf den Lektionen ihres Vorgängers aufbauen und die Geräte, die damals versagten, werden entsprechend modifiziert.

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Asteroid Itokawa | Der kleine Asteroid Itokawa wurde ab dem Jahr 2005 von der japanischen Raumsonde Hayabusa-1 aus der Nähe erforscht. Der 550 Meter lange Himmelskörper besteht aus einer losen Mischung größerer Gesteinsbruchstücke und feinerem Material, was ihm den Spitznamen "fliegende Geröllhalde" einbrachte.
Das Zielobjekt 1999 JU3 ist nach bisherigen erdgebundenen Untersuchungen annähernd kugelförmig mit einem mittleren Durchmesser von 914 Metern. Seine Rotationsperiode beträgt 7,6 Stunden. 1999 JU3 (der Himmelskörper hat noch keinen endgültigen Namen erhalten) ist Mitglied der Apollo-Asteroiden. Dies sind Himmelskörper, die überwiegend innerhalb der Umlaufbahn des Mars die Sonne umrunden und sich dabei der Erdbahn dicht annähern können, sie aber nicht schneiden. 1999 JU3 gehört zu den C-Typ-Asteroiden, das heißt, sein Spektrum enthält Linien von reinem Kohlenstoff. Darauf weist auch seine sehr dunkle Oberfläche hin, die nur etwa sechs Prozent des auftreffenden sichtbaren Sonnenlichts reflektiert. 1999 JU3 besteht aus Material, das demjenigen der Meteoritenklasse der kohligen Chondriten ähnelt. Diese gelten als besonders urtümliche Materie aus der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren. Kohlige Chondrite enthalten große Mengen an flüchtigen Stoffen wie Wasser und organische Verbindungen aus Kohlenstoff mit Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie kommen dem Material nahe, aus dem sich einstmals die Erde und ihre Schwesterwelten Mars, Venus und Merkur bildeten. Der Gehalt an flüchtigen Stoffen belegt zudem, dass diese Gesteine seit ihrer Entstehung keinerlei Aufheizung unterworfen waren und sich somit chemisch nicht verändert haben. Die Untersuchung der Gesteine von 1999 JU3 ist somit auch eine Studie der Urmaterie unseres Sonnensystems. Sie erlaubt Rückschlüsse auf die Vorgänge bei der Planetenentstehung.

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