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Zoologische Kommunikation: Jede Flosse eine Botschaft

Fische kommunizieren über Farbkodes an verschiedenen Flossen. Dafür müssen sie unterschiedliche Pigmente gezielt einsetzen. Die Weibchen durchschauen, ob das gelingt.
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Der im Süden der USA heimische Rotschwanzkärpfling (Lucania goodei) signalisieriert über bunte Farbkodes an unterschiedlichen Flossen Botschaften an verschiedene Empfänger, berichten Forscherinnen nach einer intensiven Analyse der Fischkommunikation. Spannend sei vor allem, dass Farben und Flossen der männlichen Fische dabei spezialisierte Funktionen haben: So richten sich schwarze Ränder der Analflosse an Konkurrenten, während die Intensität der orangegelben Färbung dort einem interessierten Weibchen gute Gesundheit signalisieren. Ein möglichst knallroter Fleck an der Schwanzflosse beweist direkt Paarungspotenz, so die Auswertung.

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Kommunikator Killifisch | Melaninpigmente sorgen für eine mehr oder weniger ausgeprägten schwarzen Rand der Analflosse (b) – ein Zeichen männlicher Dominanz. Pterine sind für die Färbung der Analflossenfläche zuständig (a); Karotinoide für den bunten Bereich an der Schwanzflosse (c). Die beiden Fische hier zeigen unterschiedliche Signale: Zwar könnte der untere dominanter sein, der obere aber ist besser ernährt und gesünder. Das entscheidet stärker über den Paarungserfolg.

Die unterschiedlichen Farben resultieren aus unterschiedlichen Pigmenten, deren Produktion wohl mit den angepriesenen Eigenschaften korrelieren. So war bereits klar, dass dominante Männchen mit mehr Melanin breitere und tiefschwarze Ränder tragen, die von anderen Männchen beachtet werden, um eine Hierarchie zu etablieren.

Gut ernährte Männchen können sich zudem leisten, mehr Energie in die Produktion von Farbpigmenten zu stecken. So zeigte die neue Studie, dass die durch Karotinoide hervorgerufene Schwanzflossenpigmentierung insgesamt intensiver ausfällt, wenn die körperliche Konstitution besser ist, der Parasitenbefall geringer und die Besamungserfolgsquote höher. Auf solche Merkmale dürften Weibchen achten, um einen Partner zu wählen. Dabei ist das Farbangebot an die Weibchen vielfältiger: Ganz unabhängig von den Karotinoiden, die nur die Schwanzflosse verzieren, sind die Pterin-Pigmente, die die Analflosse mehr oder weniger bunt machen. Sie werden unter dem Einfluss zweier Genvarianten erzeugt, die mit der Stärke der Körperabwehr zusammenhängen. Weibchen achten demnach wohl auf die Farbkodes beider Flossen und bilden sich aus der Kombination der Reize eine Meinung über ihr Gegenüber.

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