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Demografie: Jeder sechste ältere EU-Bürger hat erhöhtes Armutsrisiko

Innerhalb der 25 EU-Mitgliedsstaaten sind aktuell über 13 Millionen Menschen über 64 Jahre von Armut bedroht, ergab eine Studie des European Centre for Social Welfare Policy and Research. Bei einer Gesamtzahl von rund 74 Millionen Senioren innerhalb der Europäischen Union entspricht dies etwa 17 Prozent. Insbesondere Frauen sind verstärkt von Altersarmut betroffen.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den vorherigen 15 Mitgliedsstaaten der EU und den zehn neuen Beitrittsländern: So ermittelte der Forschungsleiter Asghar Zaidi in der Gruppe der 15 ein Armutsrisiko für ältere Menschen von durchschnittlich 19 Prozent, während das Risiko in den neueren Beitrittsstaaten nur bei knapp zehn Prozent rangiert – hier ist den Forschern zufolge die Einkommenssituation der Älteren ähnlich zu jener der arbeitenden Bevölkerung.

Am höchsten ist das Armutsrisiko für Ältere in Zypern (52 Prozent), Irland (40 Prozent) und Spanien (30 Prozent). In Deutschland liegt das Risiko immerhin noch bei 15 Prozent – dies entspricht in etwa auch der Anzahl an jüngeren Menschen, die in Armut leben. Insgesamt sind in Deutschland ebenfalls mehr Frauen von Altersarmut bedroht: Während nur ein Zehntel der Männer im Alter betroffen sind, beträgt der Anteil bei den Frauen fast das Doppelte.

Dennoch geht es den deutschen Frauen im Vergleich mit den anderen alten EU-Mitgliedsstaaten noch recht gut: Nur ihre französischen, niederländischen und luxemburgischen Geschlechtsgenossinnen sind im Alter besser versorgt. Die verglichen mit Männern insgesamt schlechtere Stellung älterer Frauen führt der Autor unter anderem auf die schlechte finanzielle Versorgung von Witwen zurück, die früher nicht gearbeitet hatten. Auch in Zukunft werde sich das Problem der Altersarmut weiter zuspitzen, warnt der Wissenschaftler: Solange einerseits Renten gekürzt würden, zum anderen jedoch die Arbeitnehmer noch nicht mehr ansparten, um selbst für das Alter vorzusorgen, werde sich die Situation in allen Mitgliedsstaaten verschlechtern.

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