Direkt zum Inhalt

News: Johanniskraut hat antibakterielle Eigenschaften

Johanniskraut (Hypericum perforatum), eine traditionelle Heilpflanze mit charakteristischen goldgelben Blüten, wird seit langem zur Behandlung von Hautverletzungen, Verbrennungen und Neuralgien verwendet. In den vergangenen Jahren wurde Johanniskraut auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Jetzt wurden bei Johanniskraut auch antibakterielle Eigenschaften festgestellt - ein Erfolg im Kampf gegen multiresistente Bakterien.
In der Ausgabe des The Lancet vom 19. Juni 1999 berichten Forscher des Universitäts-Klinikums Freiburg über eine neue medizinische Eigenschaft der traditionellen Heilpflanze. Hypericum perforatum hat eine antibakterielle Wirkung, die bedingt ist durch einen chemischen Inhaltsstoff namens Hyperforin.

Christoph Schempp und Jan Simon von der Universitäts-Hautklinik sowie K. Pelz und seine Kollegen vom Zentrum für Hygiene Freiburg haben die antimikrobiellen Eigenschaften von Hyperforin – seine Fähigkeit, schädliche Mikroorganismen wie Bakterien zu zerstören – untersucht. Die Forscher fanden, daß niedrige Konzentrationen von hochaufgereinigtem Hyperforin (0,1 mg/ml) das Wachstum von verschiedenen gram-positiven Bakterien hemmt. Das sind eine Gruppe von Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus), die über eine Farbreaktion ("gram-Färbung") identifiziert werden können.

Hyperforin hatte jedoch keinen Einfluß auf das Wachstum von gram-negativen Bakterien oder von Pilzen der Gattung Candida albicans. Eine der wichtigsten Befunde der Forscher der Freiburger Hautklinik war, daß Hyperforin auch das Wachstum von Bakterienstämmen hemmt, welche resistent gegenüber Penicillin und anderen Antibiotika sind und so Infektionen hervorrufen, die sehr schwer zu behandeln sind (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus oder MRSA). Ferner ergaben Laboruntersuchungen, daß Hyperforin beim Menschen kaum toxische Effekte hat.

Christoph Schempp, Jan Simon und ihre Kollegen schlußfolgern, daß Bestandteile von Johanniskraut, insbesondere Hyperforin, möglicherweise von großer Bedeutung als neuer antibakterieller Wirkstoff sind.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte