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Junge Ausbruchsspuren: Mars-Vulkane könnten noch aktiv sein

Eine Schicht Vulkanasche könnte sich vor nur 50 000 Jahren gebildet haben. Der mutmaßliche Ausbruch fand in einer Region statt, in der jüngst Marsbeben festgestellt wurden. Womöglich ist die Region noch aktiv.
Eine dunkle Ablagerung rund um eine Spalte im Marsboden.Laden...

Noch vor etwa 50 000 Jahren könnten auf dem Mars Vulkane ausgebrochen sein. Das legen dunkle Ablagerungen rund um eine vulkanische Spalte in der Region Elysium Planitia nahe, die ein Team um David G. Horvath von der University of Arizona als frische Vulkanasche interpretiert. Wie die Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift »Icarus« berichtet, deuten die Daten der Ablagerungen darauf hin, dass es sich um die Überreste einer vulkanischen Glutwolke handelt, die einst aus der Spalte hervorbrach. Kraterzählungen auf ihrer Oberfläche lassen auf ein Alter zwischen 46 000 und 222 000 Jahren schließen. Es wäre damit die jüngste bekannte vulkanische Ablagerung auf dem Mars und bedeutet vielleicht, dass die Mars-Vulkane der Region noch aktiv sind.

Die mutmaßliche Ausbruchsspalte gehört zu den Cerberus Fossae, einem vulkanischen Spaltensystem, das noch in den letzten 2,5 Millionen Jahren Lavaströme hervorbrachte. Doch die neu entdeckte Ablagerung unterscheidet sich von diesen. Sie ging etwa symmetrisch rund um die Spalte nieder und bildet eine mehrere Dutzend Zentimeter dicke Schicht. Wie das Team um Horvath berichtet, ähnelt sie nicht nur weit älteren Strukturen auf Mond und Merkur, sondern auch auf der Erde entstandener Vulkanasche, wie sie zum Beispiel Pompeji begrub.

Indizien für andauernde vulkanische Aktivität lieferte außerdem das Seismometer des Mars-Landers InSight, das in der Region um Cerberus Fossae zwei Marsbeben registrierte. Über die Ursache des mutmaßlichen Ausbruchs können Fachleute bisher nur spekulieren. Möglicherweise sei Magma in der Tiefe mit Wasser unter der Marskruste in Kontakt gekommen und habe eine Explosion ausgelöst, zitiert eine Pressemitteilung der Universität den Geowissenschaftler Pranabendu Moitra von der University of Arizona. Nicht zuletzt liege der Ort der Eruption bloß etwa zehn Kilometer vom Krater Zunil entfernt, dem jüngsten großen Einschlagkrater auf dem Mars. Dieser Impakt sei etwa genauso alt wie die Eruption und könne sie womöglich ausgelöst haben.

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